In einer aktuellen Umfrage zur Vertrauenswürdigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien in Österreich zeigt sich ein besorgniserregendes Bild: Ganze 93 Prozent der Teilnehmer haben kaum Vertrauen in diese Medien. Lediglich 3 Prozent der Befragten bejahen die Frage nach dem Vertrauen, während 4 Prozent eine teilweiser Zustimmung äußern. Insgesamt nahmen an der Umfrage 947 Leser teil, die sich online äußerten. Es wird darauf hingewiesen, dass solche Umfragen nicht repräsentativ sind und lediglich die Meinungen der Teilnehmer widerspiegeln. Eine verstärkte Vertrauenskrise der Medien wird inzwischen als verfestigtes Phänomen beschrieben, wie exxpress.at berichtet.
Ein ganz anderes Bild zeigt sich jedoch in Deutschland, wo eine repräsentative Studie von Infratest dimap im Auftrag des WDR zum Teil positive Entwicklungen offenbart. Hier bescheinigen 83 Prozent der Deutschen der Qualität der Medieninhalte ein gutes oder sehr gutes Rating, und 61 Prozent halten diese Informationen für glaubwürdig. Besonders öffentlich-rechtliche Angebote und Tageszeitungen schneiden in der Wahrnehmung der Bevölkerung gut ab. Dennoch ist die Vertrauenslage unterschiedlich und zeigt eine klare Spaltung zwischen politischen Anhängerschaften.
Vertrauen in die Medien in Österreich
Die aktuelle Umfrage aus Österreich verdeutlicht das dramatische Misstrauen der Bevölkerung gegenüber den Medien. 93 Prozent der Befragten gaben an, den öffentlich-rechtlichen Medien kaum zu vertrauen. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die durchschnittliche Vertrauensbasis in die Medien stark unter Druck steht. Im Kontrast dazu gaben 47 Prozent der Befragten in einer Studie der Universität Mainz an, den Medien generell bei wichtigen Themen wie Umweltproblemen und politischen Skandalen zu vertrauen. 34 Prozent empfinden ihr Vertrauen als zwiespältig, während 20 Prozent angeben, eher nicht oder überhaupt nicht zu vertrauen.
Der Rückgang des Vertrauens in das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist besorgniserregend: Der Vertrauenswert ist von 61 Prozent im Jahresvergleich der letzten Jahre der niedrigste in der Langzeitbetrachtung. Zudem ist der Anteil jener, die die öffentlich-rechtlichen Sender als „eher nicht vertrauenswürdig“ einstufen, von 5 Prozent im Jahr 2016 auf 13 Prozent gestiegen. Dies spiegelt eine tiefgehende Vertrauenskrise wieder, die sich auch in anderen Medienformaten zeigt, wie etwa bei Boulevardzeitungen, die nur von 3 Prozent der Bevölkerung als vertrauenswürdig angesehen werden.
Gesellschaftliche Debatten und Medienvertrauen
Im Kontext dieser Medienmisstrauenskrise spielt die gesellschaftliche Debatte eine entscheidende Rolle. Wie die Studie zur Medienvertrauenslage zeigt, variiert das Vertrauen stark je nach Thema. So vertrauen 31 Prozent der Befragten in die Berichterstattung über Migration, während der Medienzynismus im Land steigt: 24 Prozent glauben, dass Medien mit der Politik zusammenarbeiten, um die Bevölkerung zu manipulieren.
In Deutschland hingegen bleibt der öffentlich-rechtliche Rundfunk relativ stabil. Mit 55 Prozent Vertrauen sowie einer Steigerung um 2 Prozentpunkte hat er eine positive Entwicklung verzeichnet. In Westdeutschland liegt der Wert sogar bei 58 Prozent, während in Ostdeutschland nur 41 Prozent großes Vertrauen aufweisen. Die Daten verdeutlichen, dass in der Wahrnehmung des öffentlichen Diskurses ein starker Einfluss der politischen Meinung auf das Medienvertrauen besteht, wie tagesschau.de thematisiert.
Das Vertrauen in die Medien wird von vielen als „großes gesellschaftliches Kapital“ betrachtet, welches durch die Wahrnehmung und den Zugang zu Informationen beeinflusst wird. Die Ergebnisse der Umfragen zeigen eine differenzierte Sicht auf die Medienlandschaft in beiden Ländern, die von Herausforderungen und Spannungen im Vertrauen geprägt ist.