Supermärkte haben zahlreiche Strategien entwickelt, um das Kaufverhalten der Kunden zu beeinflussen und Zusatzkäufe zu generieren. Ein zentrales Element dieser Taktiken besteht darin, dass Kunden oft wegen gezielter Angebote in die Geschäfte kommen, jedoch viele ihrer Kaufentscheidungen erst vor Ort treffen. Dies führt dazu, dass Produkte auf Augenhöhe häufig zuerst gesehen und gekauft werden, während günstigere Alternativen eher hoch oder tief im Regal platziert sind. Hersteller zahlen für Marketing- und Listungsvereinbarungen, um ihre Produkte in einer attraktiven Position zu platzieren, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil verschafft.Exxpress berichtet, dass viele Eigenmarken mittlerweile aus denselben Produktionsstätten stammen wie bekannte Markenartikel, sich jedoch in ihrer Verpackung, Werbung und Preisgestaltung unterscheiden.

Verbrauchertests haben gezeigt, dass Eigenmarken bei Alltagsprodukten häufig ähnliche Qualität bieten wie die Markenware, dabei jedoch deutlich günstiger sind. Diese Eigenmarken gewinnen zunehmend an Bedeutung, und der Marktanteil der Eigenmarken ist in den letzten Jahrzehnten erheblich gestiegen. Discounter wie Lidl und Aldi haben sogar einen Anteil von 75% bis 90% an Eigenmarken in ihrem Sortiment.Focus hebt hervor, dass klassische Marken unter Druck stehen, während die Supermärkte die Regalflächen zunehmend für ihre Eigenmarken nutzen.

Shrinkflation und Veränderungen im Markt

Eine weitere kritische Taktik ist das Phänomen der „Shrinkflation“, bei dem die Füllmenge von Produkten reduziert wird, während Preis und Verpackung unverändert bleiben. Ab dem 1. April 2026 wird in Österreich ein Anti-Shrinkflationgesetz in Kraft treten, das jedoch von Kritikern als bürokratisch bezeichnet wird. Verbraucherschützer fordern eine Kennzeichnungspflicht für Produkte, deren Füllmengen reduziert wurden, und eine Beobachtungsstelle zur Preisentwicklung, um die Transparenz zu erhöhen und die Verbraucher zu schützen.Focus warnt vor den Risiken dieser Praxis und dem möglichen Verlust an Trust in die Marken.

Die durchdachte Gestaltung von Kassenbereichen, die mit kleinen, schnell greifbaren Produkten versehen sind, sowie die Nutzung von Preisschildern, die oft auf ,99 oder ,95 enden, fördern zusätzlich Spontankäufe. Supermärkte schaffen auch angenehme Atmosphären durch Backstationen und ruhige Musik, um längere Aufenthalte der Kunden zu fördern und somit den Umsatz zu steigern. Diese Verkaufspsychologie ist Teil der Strategie von Handelsketten wie Billa und Spar, die darauf abzielt, das Kundenverhalten gezielt zu lenken.Verbraucherschutzforum beschreibt diese versteckten Verkaufsstrategien und deren Einfluss auf unser Einkaufsverhalten.

Tipps für bewusstes Einkaufen

Um bewusst einzukaufen und sich weniger von diesen Strategien manipulieren zu lassen, empfehlen Experten, Einkaufslisten zu erstellen, nicht hungrig in die Geschäfte zu gehen und die Preise pro Kilogramm zu vergleichen. Zudem sollten Verbraucher Angebote hinterfragen und gelegentlich den Supermarkt wechseln, um so die besten Preise und Produkte zu finden,Exxpress rät dazu.