Die Asset-Management-Branche steht vor tiefgreifenden Veränderungen, die maßgeblich durch das Wachstum einer immer wohlhabenderen Mittelschicht geprägt sind. Laut Leadersnet prognostiziert PwC, dass das investierbare Vermögen bis 2030 auf 482 Billionen US-Dollar ansteigt. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die sogenannten Mass Affluents, deren Vermögen zwischen 100.000 und einer Million US-Dollar liegt. Diese Gruppe wächst jährlich um 5,7 Prozent, während die Zahl der High Net Worth Individuals (vermögend ab einer Million US-Dollar) mit 6,5 Prozent pro Jahr zunimmt.
Eine umfassende Studie die auf Umfragen von 300 Vermögensverwaltern und institutionellen Investoren aus 19 Ländern basiert, hebt hervor, dass das weltweit verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) bis 2030 auf 200 Billionen US-Dollar anwachsen soll. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,2 Prozent, wie auch e-Fundresearch bestätigt. Dennoch stehen die Asset Manager unter Druck, da 89 Prozent von ihnen von einer sinkenden Profitabilität berichten. Der Gewinn pro verwaltetem Asset hat seit 2018 um 19 Prozent abgenommen und wird in den kommenden Jahren voraussichtlich um weitere 9 Prozent zurückgehen.
Wachstumstreiber in einem wandelnden Markt
Private Markets stellen einen bedeutenden Wachstumstreiber dar, da die Investitionen in Private Equity, Infrastruktur und Immobilien bis 2030 Erlöse von insgesamt 432 Milliarden US-Dollar generieren könnten. Zudem gewinnen digitale Vermögenswerte zunehmend an Bedeutung: PwC schätzt, dass tokenisierte Fonds von 90 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf 715 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 anwachsen werden, was einer jährlichen Wachstumsrate von 41 Prozent entspricht.
Die Marktentwicklung profitiert besonders von den boomenden Regionen Asien-Pazifik, während sich die Märkte in den westlichen Ländern unterschiedlich entwickeln. Insbesondere die Nachfrage nach professioneller Beratung und maßgeschneiderten Anlagestrategien steigt, was Statista in seinem Bericht festgestellt hat. Für das Jahr 2026 wird ein Anlagevolumen im Vermögensverwaltungsmarkt von geschätzten 149,36 Billionen Euro erwartet.
Technologie und Personal als Schlüsselressourcen
Der Druck auf die Asset-Manager wächst, nicht nur in Bezug auf die Erträge, sondern auch hinsichtlich der Kosten. Sechs von zehn institutionellen Anlegern ziehen einen Wechsel ihrer Vermögensverwalter in Betracht, insbesondere aufgrund hoher Gebühren. Infolge dieser Marktbedingungen investieren die Asset Manager verstärkt in Technologie und Personal. Knapp 50 Prozent setzen auf strategische Partnerschaften mit Wealth Managern und FinTechs. Thomas Steinbauer von PwC Österreich hebt hervor, wie wichtig Künstliche Intelligenz für künftige Geschäftsmodelle ist, und betont die Notwendigkeit von personalisierten Lösungen.
Die kommenden Jahre gelten als richtungsweisend für den heimischen Markt, insbesondere bei Investitionen in KI-gestützte Betriebsmodelle. Die Adaption moderner Technologien könnte entscheidend für den internationalen Wettbewerb sein, insbesondere angesichts der wachsenden Zahl von Mass Affluents und High Net Worth Individuals, die maßgeschneiderte und kosteneffiziente Anlagestrategien nachfragen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Vermögensverwaltungsmarkt komplexen Herausforderungen gegenübersteht, die durch technologische Innovationen, demographische Veränderungen und Markttrends geprägt sind.