Ein älterer Langhaar-Kater namens „Pezi“, der seit Ende letzten Jahres in Salzburg vermisst wurde, hat nun endlich den Weg zurück zu seiner Familie gefunden. Nach über drei Monaten am Tierschutzhof Pfotenhilfe konnte er dank einer Facebook-Anzeige identifiziert werden, wo ein Platz für ihn gesucht wurde. Die Finder hatten den herrenlosen Kater Anfang Januar zur Pfotenhilfe in Lochen gebracht. Dort wurde er gechippt, gegen Parasiten behandelt, geimpft und seine Maulhöhle saniert. Trotz dieser Bemühungen blieb Pezi zunächst unentdeckt, als er als Fundtier im Tierschutzportal des Landes Salzburg und in sozialen Medien veröffentlicht wurde, hatte jedoch keinen Chip.
Bis vorgestern hatte sich niemand gemeldet, obwohl am Dienstag eine Familie Interesse an der Adoption zeigte und einen Termin für Mittwoch vereinbarte. Johanna Stadler, die Chefin von Pfotenhilfe, fordert eine Chip- und Registrierungspflicht für Katzen. Sie betont, dass viele Katzen ohne Chip in Tierschutzorganisationen landen, was eine Zuordnung zu ihren Haltern erschwert. Dies ist nicht nur eine Herausforderung für die Organisationen, sondern führt auch zu unnötigem Leid von Tieren und Haltern.
Tierschutz im Fokus
Der Fall des Katers Pezi wirft ein Schlaglicht auf die allgemeine Problematik von herrenlosen Tieren. Laut der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN gibt es in Deutschland rund zwei Millionen Streunerkatzen. Diese Tiere leben oft unter miserablen Bedingungen, haben ein hohes Risiko durch Parasiten und ansteckende Krankheiten und leiden häufig an Unterernährung. Jungtiere überstehen oft nicht die ersten Lebensmonate, was die Notwendigkeit von einheitlichen Regelungen zur Kastration und Kennzeichnung von Freigängerkatzen unterstreicht.
Die Tierschutzorganisation fordert eine bundesweite Katzenschutzverordnung, um den fragmentierten Rechtsrahmen, der durch länderspezifische Regelungen entstanden ist, zu überwinden. Der § 13b des deutschen Tierschutzgesetzes ermöglicht es zwar, mit Streunerkatzen umzugehen, aber die Umsetzung bleibt den Bundesländern und Kommunen überlassen, was zu uneinheitlicher Wirkung führt. Freiwillige Tierschützer:innen leisten oft die wichtige Arbeit der Kastration und Registrierung, jedoch stehen ihnen nicht immer die notwendigen Ressourcen zur Verfügung.
Dringender Handlungsbedarf
Stadler kritisiert in dieser Hinsicht auch das Tierschutzministerium für eine mangelhafte Reaktion auf die Forderungen nach mehr Schutz und klaren Regelungen. Eine Chippflicht könnte nicht nur Tierschutzorganisationen entlasten, sondern auch das Leid von Tieren und Haltern verringern und die Problematik der Streunerkatzen eindämmen. Zukünftige Entwicklungen könnten digitale Katzendatenbanken und flächendeckende Registrierungssysteme umfassen, um eine effizientere Verwaltung und Kontrolle der Katzenpopulationen zu ermöglichen.
Das Engagement der Bürger:innen ist entscheidend für nachhaltige Verbesserungen im Tierschutz, welche letztlich auch den Tieren wie Pezi zugutekommen.