Das US-Justizministerium hat in einer weitreichenden Klage gegen die renommierte Harvard-Universität erhebliche Vorwürfe erhoben. Der Schlüsselvorwurf ist die mutmaßliche Diskriminierung jüdischer und israelischer Studierender. Am 21. März 2026 wurde die Klage vor einem Bundesgericht in Boston eingereicht. Das Ministerium wirft Harvard vor, die antisemitische Belästigung und Ausgrenzung auf dem Campus nicht ausreichend zu unterbinden und „antisemitische Mobs“ geduldet zu haben.exxpress.at
Die Klage sei eine Reaktion auf die steigende antisemitische Stimmung an Universitäten, die seit den Terrorangriffen der Hamas am 7. Oktober 2023 zugenommen habe. Staatssekretärin für Bürgerrechte, Harmeet Dhillon, erklärte, dass das Justizministerium „keine Toleranz für derart unverfrorene Verstöße gegen Bundesrecht“ zeige und dass das engere Umfeld der Universität ein Bild von absichtlicher Gleichgültigkeit gegenüber diesen Problemen vermittle.zeit.de
Proteste und Reaktionen auf dem Campus
Die Vorfälle, die in der Klage dokumentiert sind, beziehen sich auf die Zeit nach dem Massaker und die Proteste, die darauf folgten. Massive Zusammenkünfte an Universitäten, einschließlich Harvard, prägten diese Zeit. Besonders erwähnenswert ist ein Protestcamp, das im Frühjahr 2024 über zwanzig Tage auf dem Harvard-Campus verweilte. Während dieser Ereignisse fühlten sich viele jüdische und israelische Studierende beleidigt, eingeschüchtert und bedroht.rnd.de
Universitätspräsident Alan Garber bezeichnete die Vorkommnisse während der Proteste als inakzeptabel und unvertretbar. Eine interne Taskforce zu Antisemitismus und anti-israelischer Voreingenommenheit stellte fest, dass jüdische Studierende häufig aus sozialen Räumen und Freizeitaktivitäten ausgeschlossen wurden.exxpress.at
Klage und Forderungen der Regierung
In der Klage fordert die Regierung, dass das Gericht weitere Diskriminierung an der Universität untersagt und die Durchsetzung bestehender Disziplinarmaßnahmen garantiert. Zusätzlich verlangt das Justizministerium von Harvard die Rückzahlung von mehr als 953 Millionen Dollar an Bundeszuschüssen, die seit Oktober 2023 gewährt wurden. Harvard erhält seitdem Zuschüsse des Gesundheitsministeriums in Höhe von über 2,6 Milliarden Dollar, von denen ein Großteil im Vorjahr eingefroren war, bevor Gerichte gegen diese Maßnahmen entschieden.zeit.de
Die Klage ist nicht der erste Konflikt zwischen der Trump-Regierung und Harvard. Bereits im Februar 2023 hatte das Justizministerium gegen die Universität geklagt, um Dokumente über deren Zulassungsverfahren zu erhalten. In diesem Zusammenhang wird untersucht, ob Harvard bestimmte Gruppen im Zulassungsprozess diskriminiert. Dies ist Teil einer breiteren Auseinandersetzung, in der die US-Regierung Gleichstellungs- und Inklusionsprogramme als Benachteiligung von bestimmten Studenten ansieht und gezielt gegen sie vorgeht.rnd.de
