Philippe Lazzarini, der scheidende Generalkommissar des UNO-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA), hat eindringlich an den UN-Sicherheitsrat appelliert, die Organisation als Schlüsselressource für den Wiederaufbau des Gazastreifens zu betrachten. In seiner letzten Amtszeit, die am 31. März 2026 endet, fordert Lazzarini Unterstützung durch die Mitglieder des Friedensrates, um die Fähigkeiten der Palästinenser zu stärken. Sein Aufruf wird vor dem Hintergrund des Gaza-Konflikts nach den verheerenden Hamas-Massakern am 7. Oktober 2023 laut, die die Arbeit des UNRWA stark beeinträchtigt haben. Israel hat die Agentur beschuldigt, von der Hamas unterwandert zu sein, was zu einem Verbot der Organisation führte.
Der Internationale Gerichtshof stellte jedoch fest, dass die israelischen Anschuldigungen unbelegt sind, und forderte Israel auf, humanitäre Hilfe in Gaza zuzulassen. Laut Lazzarini ist die finanzielle Situation des UNRWA als prekär zu beschreiben. Trotz eines Anstiegs der Bedürfnisse in der Region musste die Organisation ihre Leistungen um 20 Prozent kürzen und sieht sich mit einer „Überlebensherausforderung“ konfrontiert.
Rolle des UN-Sicherheitsrates
Unterstützt wird Lazzarinis Appell durch eine kürzlich verabschiedete Resolution des UN-Sicherheitsrates zur Unterstützung eines von US-Präsident Donald Trump initiierten Gaza-Friedensplans. Diese Resolution, die im Januar 2026 beschlossen wurde, sieht vor, eine internationale Friedenstruppe zur Stabilisierung der Waffenruhe einzusetzen. Während 13 von 15 Mitgliedern für die Resolution stimmten, enthielten sich Russland und China, die die unklare Zwei-Staaten-Lösung und fehlende Zeitpläne für die Palästinensische Autonomiebehörde kritisierten.
Israel hat Bedenken hinsichtlich der Formulierungen zur palästinensischen Selbstbestimmung geäußert, während die Hamas die Resolution als unzureichend für die Rechte der Palästinenser ablehnt. Die Palästinensische Autonomiebehörde fordert jedoch die Umsetzung der Resolution, um den Gazastreifen zu sichern.
Herausforderungen durch das UNRWA-Verbot
Das Verbot von UNRWA betrifft vor allem dessen Tätigkeit in Israel, nicht jedoch die Organisation selbst. UNO-Sprecher bestätigten, dass UNRWA weiterhin arbeiten wird, während der Direktor für den Gazastreifen, Sam Rose, von vorhandenen Lebensmittelvorräten berichtete. Allerdings steigen die Risiken für UNRWA-Helfer in aktiven Kampfzonen, die der Gefahr israelischer Angriffe ausgesetzt sind.
Die Organisation, die 1949 gegründet wurde, hat mittlerweile etwa 12.000 Mitarbeiter im Gazastreifen und betreibt 279 Schulen für etwa 330.000 Schüler sowie 65 Gesundheitszentren für 2,5 Millionen palästinensische Flüchtlinge. Trotz sofort nötiger Unterstützung und einem klaren Handlungsbedarf wird das Flüchtlingsproblem weiterhin bestehen bleiben, solange keine endgültige politische Lösung zwischen Israel und den Palästinensern gefunden wird.
Lazzarini warnt zudem vor möglichen Versuchen, ähnliche Organisationen in Konflikten unglaubwürdig zu machen. Unabhängig von den aktuellen Herausforderungen bleibt er optimistisch, dass eine Lösung für das Flüchtlingsproblem der Palästinenser noch möglich ist.
Für eine nachhaltige Lösung ist es notwendig, die Fragmentierung in Programme für humanitäre Hilfe zu überwinden und einen dauerhaften Frieden zu erreichen, wie in den kontinuierlichen Diskussionen um den Frieden im Nahen Osten gefordert wird. Der UNRWA spielt hierbei eine zentrale Rolle, die nicht ignoriert werden darf.



