Am Abend des 11. März 2026 kam es am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) zu einer kurzfristigen Unterbrechung des Flugbetriebs. Auslöser war die Sichtung eines unbekannten Flugobjekts in der Nähe des Hubschrauberhangars der Bundeswehr. Wie exxpress.at berichtet, führte diese Sichtung dazu, dass für etwa eine halbe Stunde weder Starts noch Landungen stattfinden konnten. Die Aussetzung des Flugbetriebs entsprach einer „Standardprozedur“, um mögliche Zusammenstöße mit Flugzeugen zu vermeiden.

Während der Unterbrechung wurden die Abläufe zur Abfertigung der Flüge fortgesetzt, und das weitere Vorgehen hinsichtlich der Sicherheitslage wurde mit der Landes- und Bundespolizei koordiniert. Nachdem keine neuen Sichtungen des unbekannten Flugobjekts gemeldet wurden, konnte der Flugbetrieb am BER wieder aufgenommen werden. In den letzten Monaten sind an zahlreichen deutschen und europäischen Flughäfen immer wieder Drohnensichtungen dokumentiert worden, sodass derartige Vorfälle derzeit ein wiederkehrendes Problem darstellen.

Drohnen als Herausforderung für den Flugverkehr

Die Risiken und Herausforderungen, die durch unbemannte Fluggeräte in der Nähe von Flughäfen entstehen, sind nicht zu unterschätzen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in einer aktuellen Untersuchung die Auswirkungen von Drohnenvorfällen an deutschen Flughäfen analysiert. Diese Analyse, die auf Daten des Luftfahrt-Bundesamtes (LBA) basiert, stellte im vergangenen Jahr 118 Störfälle fest, von denen neun zu einer vollständigen Unterbrechung des Flugverkehrs führten. Dies löste wirtschaftliche Schäden in Höhe von rund 500.000 Euro aus, wie heise.de berichtet.

Die durchschnittliche Dauer der Vollsperrungen betrug 32 Minuten, wobei einige Vorfälle über eine Stunde andauerten. Diese Unterbrechungen zogen nicht nur direkte Folgen für den Flugverkehr nach sich, sondern auch sekundäre Auswirkungen, wie erhöhte Treibstoffkosten und zusätzliche Landegebühren für die betroffenen Fluggesellschaften.

Notwendigkeit präziserer Dokumentation

Die DLR-Chefin Anke Kaysser-Pyzalla betont zudem die Dringlichkeit einer genaueren Dokumentation von Drohnensichtungen an Flughäfen. Derzeit erfolgt die Erfassung solcher Ereignisse im deutschen Luftraum noch uneinheitlich und könnte durch standardisierte Verfahren verbessert werden. Das DLR spricht sich für eine präzisere Erfassung aus, um die operativen Folgen und damit verbundene wirtschaftliche Risiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen ableiten zu können.

Ein Blick auf vergangene Vorfälle zeigt die Ernsthaftigkeit dieser Thematik: Der schwerste bekannte Vorfall ereignete sich im Dezember 2018 am Flughafen London Gatwick, wo eine 33-stündige Schließung des Flughafens einen Schaden von rund 100 Millionen Euro verursachte. Auch in Deutschland wurden die Flughäfen im Jahr 2024 mit neun bewertbaren Fällen von vollständiger Betriebseinstellung konfrontiert, was die Notwendigkeit von effektiven Lösungen zur Vermeidung solcher Störungen unterstreicht, wie dlr.de hinweist.