Am 22. Februar 2026 beobachteten drei Mitarbeiter einer Umzugsfirma während ihrer Frühstückspause an einer QuikTrip-Tankstelle in Phoenix, Arizona, eine verdächtige Situation. Die Männer bemerkten, wie eine Frau mit einem kleinen Mädchen aus einem Pick-up stieg. Diese Beobachtung erregte ihre Aufmerksamkeit, da die beiden Personen der Beschreibung einer aktuellen Vermisstenmeldung entsprachen, die zwei Tage zuvor herausgegeben worden war. Eine Dashcam im Umzugs-Truck zeichnete die Ereignisse auf, die sich kurz vor sieben Uhr morgens abspielten.
Ein Sicherheitsmitarbeiter der Tankstelle hatte ebenfalls schnell reagiert und die Frau sowie das vermisste Kind erkannt. Zwei Tage nach dem Verschwinden der dreijährigen Emma wurde ein erstes AMBER Alert veröffentlicht, um die Öffentlichkeit um Mithilfe zu bitten. Diese spezielle Form des Alarms, die in den USA zur Suche nach vermissten Kindern eingerichtet wurde, ermöglicht eine rasche Verbreitung von Vermisstenmeldungen über verschiedene Kanäle, einschließlich Radiostationen und Verkehrsinformationstafeln. Der AMBER Alert wurde 1996 nach der Entführung von Amber Hagerman eingeführt und hat sich seitdem in allen Bundesstaaten der USA bewährt.
Die entscheidenden Minuten
Nachdem der Sicherheitsmitarbeiter die Umzugsmitarbeiter auf die Situation aufmerksam gemacht hatte, kontaktierte er umgehend die Polizei und bat sie, die Umzugshelfer im Auge zu behalten und nach dem verdächtigen Fahrzeug zu suchen. Dank dieser Hinweise gelang es den Umzugsmitarbeitern, das entsprechende Fahrzeug zu identifizieren und es auf dem Parkplatz zu blockieren, um eine Flucht zu verhindern. Die Polizei traf innerhalb weniger Minuten ein, nahm die Verdächtige, Marina Noriega (23 Jahre alt), in Gewahrsam und brachte das wohlauf befindliche Mädchen in Sicherheit.
Die Eltern des Mädchens hatten Noriega zuvor bei sich zu Hause aufgenommen, da sie nach einer Unterkunft suchte. Die dreijährige Emma war zuletzt am Freitagabend gesehen worden und verschwand am folgenden Samstagmorgen. In der Zeit bis zu ihrer Rettung leitete die Polizei eine intensive Suche nach der Dreijährigen sowie der mutmaßlichen Entführerin ein. Die schnelle Reaktion der Umzugshelfer und des Sicherheitsmitarbeiters wurde von den Behörden als besonders wertvoll gelobt.
AMBER Alerts und deren Einfluss
Das AMBER-Alert-System spielt eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Vermisstenmeldungen in den USA. Meldungen werden über Radiostationen und Verkehrstafeln ausgestrahlt und sind ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Polizei, Rundfunkbetreibern, Transportunternehmen und Telekommunikationsanbietern. Derzeit sind alle US-Bundesstaaten sowie andere Regionen wie Puerto Rico oder die U.S. Virgin Islands angeschlossen. Im Rahmen einer Studie wurde festgestellt, dass AMBER Alerts in den meisten Fällen von Bedeutung sind, jedoch auch viele Falschmeldungen abgeben.
Von 1997 bis Februar 2017 konnten durch das AMBER Alert-System 868 vermisste Kinder in den USA wiedergefunden werden. Kriminologen haben jedoch betont, dass das System vor allem bei harmloseren Fällen erfolgreich ist, da das Risiko, von einem Unbekannten entführt zu werden, in den USA lediglich bei eins zu einer Million liegt. Diese Statistik unterstreicht die Wichtigkeit von präventiven Maßnahmen und Aufklärung im Bereich Kindersicherheit.
Die schnelle Reaktion der Mitarbeiter der Umzugsfirma und deren Mitarbeit im Rahmen des AMBER Alerts zeigt, wie wichtig das Bewusstsein für solche Systeme ist und wie gezielte Maßnahmen zur Rückführung vermisster Kinder beitragen können. Kurier berichtet von diesem bemerkenswerten Vorfall, der einmal mehr die Bedeutung der Kooperation von Zivilisten und Behörden in vermissten Kindersituationen verdeutlicht. Weitere Informationen über das AMBER-System sind auf Wikipedia verfügbar.