Am 19. Februar 2026 hat die Ukraine entschieden, nicht an der Eröffnungsfeier der Paralympics in Italien teilzunehmen. Diese Entscheidung fällt in einen Kontext, der von den anhaltenden Spannungen zwischen Russland und der Ukraine geprägt ist. Der ukrainische Sportminister Matwij Bidnyj begründet den Boykott mit der Zulassung russischer Sportler unter eigener Flagge, was er als „unerhörte Entscheidung“ bezeichnet. Die Ukraine wehrt sich seit vier Jahren gegen die russische Invasion, und diese Entscheidung der Organisatoren betrachtet das Land als eine Provokation.

In einem Appell fordert Bidnyj andere Länder auf, ebenfalls offiziellen Zeremonien fernzubleiben. Er hat seine Meinung auch in sozialen Netzwerken geäußert und die Situation als enttäuschend und empörend eingestuft. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha schließt sich dieser Forderung an und betont, dass der Sport für Fairness, Würde und Respekt stehen sollte. Sybiha hat ukrainische Botschafter aufgefordert, andere Staaten zu überzeugen, der Eröffnungsfeier und damit der Teilnahme russischer Athleten fernzubleiben.

Russische Teilnahme an den Paralympics

Das Internationale Paralympische Komitee (IPC) hatte im September 2022 entschieden, die zuvor verhängten Sanktionen gegen die Dachverbände Russlands und Belarus aufzuheben. In einem weiteren Schritt bestätigte das IPC kurz vor den Paralympics am 6. März, dass sechs russische Athleten, darunter der dreifache Paralympicssieger Alexei Bugajew und die zweifache Weltmeisterin Warwara Woronchichina, unter russischer Flagge antreten dürfen. Zudem wurden vier Startplätze für belarussische Athleten vergeben.

Die Entscheidung, russischen Sportlern das Startrecht zu gewähren, kommt in einem sensiblen Moment. Während bei den Olympischen Winterspielen in 2026 nur Einzelsportler aus Russland unter neutraler Flagge teilnehmen durften, können sie nun wieder in ihren nationalen Farben bei den Paralympics antreten. Der Vorsitzende des Nationalen Paralympischen Komitees Russlands (RPC), Pawel Roschkow, äußerte die Erwartung einer „würdigen“ Vertretung Russlands. Doch die Anzahl der Startplätze wird von Trainern, wie der Langlauftrainerin Irina Gromowa, als ungenügend kritisiert.

Reaktionen und Ausblick

Die Gemengelage wird durch die Differenzen im internationalen Sport weiter kompliziert. Während die Ukraine ihre klare Position zum Boykott der Eröffnungsfeier beibehält, stehen andere Nationen, wie zum Beispiel der Deutsche Behindertensportverband (DBS), vor der Entscheidung, an der Zeremonie teilzunehmen, trotz des Boykottaufrufs. Die Paralympischen Winterspiele finden vom 6. bis 15. März in Mailand und Cortina d’Ampezzo statt, und die endgültige Entscheidung über die Teilnahme der Athleten liegt in den Händen der italienischen Organisatoren.

Die Situation rund um die Paralympics wird weiterhin beobachtet, da die politischen Spannungen einen großen Einfluss auf den internationalen Sport haben. Für die ukrainischen Athleten ist der Boykott der Eröffnungsfeier ein klarer Ausdruck ihrer Position in einer Zeit, die von Krieg und Unrecht geprägt ist. Die Debatte um die Beteiligung russischer Athleten wird sicher noch für Diskussionen sorgen, sowohl im sportlichen als auch im politischen Bereich.

Für weitere Informationen zur Thematik verweisen wir auf die Berichterstattung von ORF, Zeit und Sportschau.