Bei der ersten Sitzung seines umstrittenen Friedensrates in Washington am 19. Februar 2026 kündigte US-Präsident Donald Trump milliardenschwere Hilfen für den Gazastreifen an. Insgesamt haben mehrere Staaten, darunter Kasachstan, Aserbaidschan, die Vereinigten Arabischen Emirate, Marokko, Bahrain, Katar, Saudi-Arabien, Usbekistan und Kuwait, ein Hilfspaket von 7 Milliarden US-Dollar zugesagt. Darüber hinaus plant die US-Regierung, 10 Milliarden Dollar für den Friedensrat bereitzustellen. Details zur Verwendung der Gelder wurden bisher nicht bekannt gegeben.
Die Sitzung, die als Auftakt für den von Trump gegründeten „Board of Peace“ dient, fokussiert sich auf den Schutz und Wiederaufbau im Gazastreifen. Der Friedensrat, der beim Weltwirtschaftsforum in Davos ins Leben gerufen wurde, soll als internationale Organisation fungieren, die globale Konflikte lösen und einen dauerhaften Frieden sichern soll. Doch die Gründung wird von Kritikern als Konkurrenz zu den Vereinten Nationen angesehen, was viele europäische Länder, darunter auch Österreich, zur Ablehnung einer Teilnahme bewegte.
Sicherheitskräfte für den Gazastreifen
Im Zuge der Bemühungen um Stabilität im Gazastreifen haben fünf Staaten, darunter Marokko, Albanien, Kosovo, Kasachstan und Indonesien, die Entsendung von Soldaten angekündigt. Indonesien plante, zwischen 5.000 und 8.000 Soldaten zu entsenden, während ISF-Generalmajor Jasper Jeffers ein langfristiges Ziel von 20.000 Soldaten für die internationale Stabilisierungstruppe formulierte. Die ersten Kräfte sollen in Rafah im Süden des Gazastreifens stationiert werden.
Die Herausforderung bleibt jedoch groß: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat betont, dass der Wiederaufbau erst nach der Entwaffnung der Hamas beginnen kann. Im Gazastreifen herrscht seit dem 10. Oktober 2025 eine brüchige Waffenruhe, unter der die Hamas ihre Herrschaft festigen konnte.
Finanzielle Unterstützung und geopolitische Bedenken
Der Gesamtbedarf für den Wiederaufbau im Gazastreifen wird auf 70 Milliarden Dollar geschätzt. Trump erwähnte zusätzlich 2 Milliarden Dollar, die von den Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe gesammelt wurden. Interessanterweise plant auch die FIFA, 75 Millionen Dollar für Fußballprojekte in der Region zu mobilisieren. Trotz dieser finanziellen Zusagen äußern Nahost-Experten Bedenken: Die Abwesenheit palästinensischer Vertreter im Friedensrat könnte die Bemühungen um einen langfristigen Frieden behindern.
Der Friedensrat hat etwa zwei Dutzend Mitglieder, darunter Ungarn, Israel, Belarus, Katar, Saudi-Arabien und die Türkei. Von den großen internationalen Akteuren sagten Brasilien, Indien, Mexiko, Südafrika, China und Russland ihre Teilnahme ab, während der Vatikan und Vertreter der EU nicht ausgeschlossen sind, jedoch als Beobachter auftreten könnten. Trump hat die Kontrolle über viele Entscheidungen im Rat, dessen Mitglieder, wie Israel, Vietnam und die VAE, sich auf wichtige Beiträge in Höhe von mindestens einer Milliarde US-Dollar einigen müssen, um unbefristete Sitze zu erhalten.
In der historischen Perspektive der Nahost-Friedensverhandlungen, die seit den 1970er Jahren an Bedeutung gewonnen haben, ist die Gründung des Friedensrates ein neuer Versuch, den langanhaltenden Konflikt zu adressieren. Trotz vielfältiger mühsamer diplomatischer Bemühungen, seien dies der Oslo-Friedensprozess oder die arabische Friedensinitiative von 2002, bleibt der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern ungelöst. Die entstehenden Spannungen und der Mangel an politischem Willen zur Lösung des Konflikts werfen Fragen darüber auf, wie gegenwärtige Initiativen das politische Klima im Nahen Osten beeinflussen können.
Der Friedensrat steht daher nicht nur vor der Herausforderung der humanitären Hilfe, sondern auch in der Notwendigkeit, einen langfristigen und nachhaltigen Frieden im Gazastreifen zu etablieren, während er gleichzeitig von der internationalen Gemeinschaft kritisch betrachtet wird. vienna.at, zdf.de, Wikipedia.