US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme an den Olympischen Winterspielen in Italien abgesagt. Dies wurde dem US-Konsulat in Mailand offiziell mitgeteilt. Geplant war eine Anwesenheit beim Eishockey-Finale zwischen den USA und Kanada sowie bei der Abschlussfeier in Verona, welche nun beide entfallen. Eine Absage zu den Spielen steht in direktem Zusammenhang mit den gegenwärtigen politischen Spannungen, die einen Besuch Trumps unmöglich machen. Zudem wurde bekannt, dass seine Reise nach Italien nicht mehr im Terminkalender vermerkt ist. Diese Entwicklungen werden von den jüngsten Urteilen des Obersten Gerichtshofs der USA über Trumps Zollpolitik überschattet. Der Gerichtshof hat festgestellt, dass die von Trump verhängten Zölle gegen viele Handelspartner nicht gerechtfertigt sind, was zusätzliche Spannungen erzeugt hat.
Inmitten dieser politischen Unruhen ist die US-Olympiadelegation bereits in den Fokus geraten. Am Sonntag werden eine Delegation unter der Leitung von Bildungsministerin Linda McMahon und weitere Mitglieder, darunter FBI-Chef Kash Patel und der Botschafter in Italien, zur Schlussfeier reisen. In Verona werden auch zahlreiche US-Geschäftsleute erwartet, trotz der angespannteren Lage.
Hass und Proteste in der Sportwelt
US-Olympiateilnehmer sehen sich zunehmend mit Hassnachrichten konfrontiert. Besonders prominent ist Donald Trump als Absender dieser Nachrichten, insbesondere gegen den Ski-Freestyler Hunter Hess gerichtet, der als Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier auftrat. Hess äußerte gemischte Gefühle über die Vertretung der USA, vor allem aufgrund des Vorgehens der US-Einwanderungsbehörde ICE. Trump bezeichnete ihn auf der Plattform Truth Social als „echten Loser“. Auch andere Athleten, wie Freestyle-Skifahrer Chris Lillis und Eiskunstläuferin Amber Glenn, wurden aufgrund ihrer öffentlichen Stellungnahmen in den sozialen Medien angefeindet.
Proteste gegen die ICE-Agenten in Italien, teilweise gewaltsam, haben die Situation weiter angeheizt. Trotz dieser Spannungen bleibt die US-Olympiateilnehmerin Mikaela Shiffrin diplomatisch und betont in ihrer Pressekonferenz Werte wie Frieden und Inklusion. Dabei las sie ein Zitat von Nelson Mandela vor, das die Kombination von Sport und Frieden thematisiert.
Sport und Politik im historischen Kontext
Der Einfluss von Politik auf den Sport ist kein neues Phänomen. Historisch gesehen begannen Wechselwirkungen zwischen Sport und Politik bereits in der Antike mit den Olympischen Spielen in Griechenland. Die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) 1894 war maßgeblich von der Friedensbewegung inspiriert. Baron Pierre de Coubertin, der Initiator der modernen Olympischen Spiele, hatte sich das Ziel gesetzt, Nationen durch den Sport zu vereinen.
Allerdings hat der Sport auch oft als Plattform für politische Propaganda gedient, wie während der Olympischen Spiele 1936 in Deutschland, die von den Nationalsozialisten zur Machtdemonstration genutzt wurden. Der Kalte Krieg führte zu einer zunehmenden Politisierung des Sports, was sich in Sportboykotten und gesamtdeutschen Olympiamannschaften äußerte. Aktuelle Vorfälle, wie der Ausschluss russischer und belarussischer Sportler von internationalen Wettbewerben infolge des Ukraine-Konflikts, zeigen, dass die enge Verbindung von Sport und Politik weiterhin besteht.