In einer strategisch wichtigen Ankündigung erklärte US-Präsident Donald Trump am 8. Jänner 2026, dass Venezuela die Einnahmen aus seinen Öl-Geschäften mit den USA ausschließlich in US-Produkte investieren wird. Diese Entscheidung wurde über Trumps Plattform Truth Social bekannt gegeben und umfasst eine Vielzahl von Produkten, darunter Agrarprodukte, Medikamente, medizinische Geräte sowie Ausrüstungen zur Verbesserung des venezolanischen Stromnetzes. Trump bezeichnete diesen Schritt als klug und vorteilhaft für beide Länder, die USA und Venezuela.
Trump hatte ebenfalls verkündet, dass Venezuela zwischen 30 und 50 Millionen Barrel sanktioniertes Öl an die USA liefern würde. Dabei betonte er, dass die USA die Kontrolle über den Öl-Verkauf und die damit verbundenen Einnahmen „auf unbestimmte Zeit“ übernehmen wollen, um sowohl dem venezolanischen Volk als auch den USA zu helfen. Der venezolanische Staatsölkonzern PDVSA bestätigte bereits Gespräche mit den USA über den Verkauf von Erdöl.
Lockerung der Sanktionen und Kontrolle der Einnahmen
Die USA haben angekündigt, einige Sanktionen gegen Venezuela aufzuheben, um den Transport und Verkauf des venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt zu ermöglichen. Details zu den gelockerten Sanktionen sind bisher nicht bekannt, jedoch sind bestimmte Tanker, die Öl transportieren, aktuell noch mit Sanktionen belegt. Das US-Energieministerium koordiniert diese Maßnahmen mit führenden Rohstoffhändlern und Banken. Erlöse aus den Verkäufen sollen auf Konten unter US-Kontrolle bei international anerkannten Banken fließen.
Außenminister Marco Rubio stellte einen Drei-Phasen-Plan vor, der zunächst auf die Stabilisierung des Landes abzielt, gefolgt von Wiederaufbau-Maßnahmen, um Unternehmen einen fairen Zugang zu ermöglichen, und einem Übergang, in dem das venezolanische Volk die Verantwortung übernehmen soll. Der Plan soll für die USA kostenneutral sein und die Rückkehr großer amerikanischer Energieunternehmen nach Venezuela fördern.
Venezuelas Rolle im globalen Ölmarkt
Venezuela, mit den größten Ölreserven der Welt, die etwa 303 Milliarden Barrel betragen, hat in den letzten Jahren mit einer drastisch gesunkenen Fördermenge zu kämpfen. Aktuell fördert das Land nur etwa 1,1 Millionen Barrel pro Tag – ein Rückgang auf weniger als ein Drittel der Mengen aus den 1970ern. Der venezolanische Ölmarkt wurde 2007 unter dem damaligen Präsidenten Hugo Chávez für die meisten US-Unternehmen faktisch enteignet, mit Ausnahme von Chevron, das bis heute aktiv ist.
Die Ölproduktion Venezuelas ist von entscheidender Bedeutung für die Regierung, da das Ölgeschäft die wichtigste Einnahmequelle darstellt. Trump bezeichnete die frühere Enteignung von US-Ölkonzernen als einen „der größten Diebstähle amerikanischen Eigentums“. Experten weisen jedoch darauf hin, dass es keinen Rechtsanspruch auf die natürlichen Ressourcen gibt. In einer von Unsicherheit geprägten Lage ist es unklar, ob und wie US-Konzerne tatsächlich in den venezolanischen Ölmarkt investieren werden.
Mit den aktuellen Entwicklungen stiegen die Aktien von Chevron um 5,1 %, während ExxonMobil und ConocoPhillips um mehr als 2 % zulegten. Diese wirtschaftlichen Bewegungen reflektieren die Unsicherheit und die möglichen finanziellen Chancen, die sich aus den neuen Vereinbarungen ergeben könnten.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie die Lockerung der Sanktionen sich auf die globalen Ölpreise und die wirtschaftliche Stabilität Venezuelas auswirken wird. Historische Beispiele aus anderen Ländern haben gezeigt, dass US-Firmen nicht immer von Regimewechseln profitieren, was die Komplexität der Situation in Venezuela verdeutlicht.