Am Sonntag, den 16. Februar 2026, ereignete sich ein tragisches Lawinenunglück am Stubaier Gletscher, bei dem zwei 37-jährige Snowboarder aus Österreich ihr Leben verloren. Die beiden Männer waren im freien Skiraum im Bereich Mutterbergl unterwegs, als sich auf etwa 2.115 Metern Höhe ein Schneebrett von der Piste löste. Die Lawine riss die Wintersportler über 300 Höhenmeter mit sich. Ihr Schicksal blieb zunächst ungewiss, bis gegen 17.50 Uhr eine Vermisstenmeldung bei der Polizei einging, weil die Männer nicht wie vereinbart zurückgekehrt waren. Ihr Fahrzeug wurde gegen 19 Uhr am Parkplatz der Gletscherbahnen gefunden, was eine groß angelegte Suchaktion auslöste.

An der Suche waren die Bergrettung Neustift, Hundeführer der Bergrettung Tirol, die Freiwillige Feuerwehr Neustift, mehrere Drohnen, die Alpinpolizei und ein Polizeihubschrauber beteiligt. Mithilfe einer Handypeilung wurde der Suchbereich zwischen der Dresdner Hütte und der Talstation Gamsgarten eingegrenzt. Drohnen bestätigten die Sichtung eines Lawinenabgangs im freien Gelände. Gegen 21.30 Uhr wurden die beiden Männer schließlich über Lawinenverschüttetensuchgeräte geortet und ausgegraben, jedoch kam jede Hilfe zu spät, da eine Notärztin nur noch den Tod der beiden feststellen konnte.

Heikle Lawinensituation in Tirol

In Tirol herrscht zurzeit eine äußerst unstete Lawinensituation. Aufgrund anhaltender Altschneeprobleme und den Neuschneefällen am Wochenende stieg die Lawinengefahr auf Stufe 4 von 5. Diese Warnstufe galt zunächst für die Lechtaler und Allgäuer Alpen Ost, die Verwallgruppe und das Silvrettagebirge Ost. Am Montagfrüh wurde die Warnung auf das Mieminger Gebirge und das westliche Karwendelgebirge ausgeweitet. Ein Regionalbericht versprach zudem, dass in den nächsten 24 Stunden 15 bis 30 Zentimeter Neuschnee in den betroffenen Regionen zu erwarten sind, lokal sogar mehr. Starker bis stürmischer Westwind verstärkt die Gefahrenlage, indem er die Schneemengen verfrachtet und Triebschneeansammlungen entstehen lässt.

Die Gefahrenstufen spiegeln sich auch in den Empfehlungen des Lawinenwarndienstes wider. Die Experten raten dringend zu äußerster Zurückhaltung im freien Gelände. Ski- und Snowboardfahrer sollten sich auf mäßig steiles Gelände beschränken und Auslaufbereiche großer Lawinen unbedingt meiden. Dies beweist, wie wichtig es ist, die Warnungen ernst zu nehmen, insbesondere bei den steigenden Zahlen von Lawinenunfällen. Laut der Alpinunfalldatenbank ereigneten sich in Österreich im Februar 2023 bereits zahlreiche Lawinenabgänge mit mehreren Todesopfern, was die Bedeutung eines sorgfältigen Risikomanagements unterstreicht.

Zusätzlich zu diesem tragischen Vorfall wurde am Sonntag ein weiterer Lawinenunfall in St. Anton am Arlberg gemeldet. Ein 19-jähriger Schwede löste beim Skifahren im freien Gelände eine Lawine aus und wurde schwer verletzt. Solche Ereignisse verdeutlichen die ernsthaften Risiken, die mit dem Wintersport in alpinen Regionen verbunden sind, insbesondere bei der gegenwärtigen Wetterlage. Der Lawinenwarndienst betont, dass unerfahrene Wintersportler auf gesicherte Pisten bleiben sollten, um der Gefahr zu entgehen.

Aufgrund dieser Vorfälle bleibt die Risikoaufklärung und präventive Maßnahmen von entscheidender Bedeutung. Experten fordern eine bessere Wahrnehmung der Lawinenwarnungen, um das Verhalten der Wintersportler zu beeinflussen. Nur so kann die Sicherheit in den Bergen gewährleistet werden.