Der Männergesangsverein Velden trauert um seinen langjährigen Chorleiter Gerd Fugger, der am 6. April 2026 im Alter von 79 Jahren verstorben ist. Gerd Fugger, der das Vereinsleben des Chores über Jahrzehnte sowohl musikalisch als auch menschlich prägte, hinterlässt eine bedeutende Lücke. Sein Weg im MGV Velden begann 1970, als der Chor anlässlich seiner Hochzeit mit Wilma sang.
Die musikalische Reise von Fugger nahm 1983 ihren Lauf, als er auf Wunsch des damaligen Chorleiters Norbert Werhohnig dem Verein beitrat. Zwei Jahre später übernahm er die musikalische Leitung des Männergesangsvereins und blieb bis zum 6. Januar 2024 in dieser Position. Seine 38 Jahre währende Leitung macht ihn zum am längsten dienenden Chorleiter in der 143-jährigen Geschichte des MGV Velden. In dieser Zeit leitete er 3.280 Proben und Auftritte.
Ein musikalisches Erbe
Fugger war nicht nur als Dirigent aktiv, sondern auch als Solist. Sein musikalisches Erbe umfasst 28 Eigenkompositionen sowie zahlreiche Bearbeitungen und Arrangements, die heute zum Liedgut des MGV Velden zählen. Seine herausragenden Leistungen wurden mehrfach gewürdigt, zuletzt im Februar 2024 mit dem Kärntner Lorbeer in Gold mit Brillanten, der höchsten Auszeichnung des Landes Kärnten. Abseits der Musik war er als Lehrer, später als Leiter der Volksschule Köstenberg und schließlich als Oberschulrat tätig.
In seinem Privatleben war Fugger ein Familienmensch. Mit seiner Frau Wilma hatte er zwei Kinder und drei Enkelkinder. Eine schwere Erkrankung im Herbst 2022 nahm er mit Würde an, konnte jedoch bedeutende Projekte des Chores begleiten und die Ernennung zum Ehren-Chorleiter erleben.
Der MGV Sterkelshausen und seine Geschichte
Die Chronik des MGV Sterkelshausen zeigt, dass auch dieser Verein auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Gegründet wurde er im Winter 1888 auf Initiative von Lehrer Hilbig, dessen erste Erfolge als Chorleiter den Grundstein für viele musikalische Ereignisse legten. Der erste Vorsitzende war Bürgermeister Philipp Heusner und der erste Kassenführer Johannes Siel, die die Geschicke des Chores mit 42 Gründungsmitgliedern lenkten.
Bereits zwei Jahre nach der Gründung fand das erste Stiftungsfest in der Lehmenkütte statt. Das erste eingeübte Lied war „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“. Im Laufe der Jahre entwickelte sich der MGV Sterkelshausen weiter, feierte Jubiläen und erlebte bedeutende Veränderungen, wie den Zusammenschluss von sechs Gesangvereinen zum Sängerbezirk Baumbach im Jahr 1924.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1947 unter Peter Erbe das Singen wieder aufgenommen. Der MGV Sterkelshausen hat durch verschiedene Veranstaltungen und die Gründung von Chorgemeinschaften immer wieder neue Impulse gesetzt und zahlreiche Auftritte absolviert, darunter die Teilnahme an Sängerfesten oder die Veröffentlichung von Musikkassetten.
Der Männergesangsverein Velden verliert mit Gerd Fugger eine prägende Persönlichkeit, während der MGV Sterkelshausen seine Traditionen pflegt und in die Zukunft blickt. Beide Vereine stehen für den lebendigen Chorgesang, der auch in schwierigen Zeiten nicht in Vergessenheit gerät.