Sidebar Werbung
Sidebar Werbung

Im Fall um den Tod einer 23-jährigen Frau in St. Pölten, der als „menschliche Tragödie“ bezeichnet wurde, wurden zwei Freisprüche erlassen. Der 38-jährige Erstangeklagte hatte die Frau im Oktober 2025 in Wien kennengelernt und es schien sofort eine sympatische Verbindung zwischen den beiden zu bestehen. Der Konsum von Alkohol und weiteren Substanzen folgte, wurde jedoch von der Verteidigung bestritten, wie kleinezeitung.at berichtet.

Der Beschuldigte bot der Frau an, sie nach Zwentendorf (Bezirk Tulln) zu fahren, um ihr eine Übernachtung im Keller eines unversperrten Wohnhauses zu ersparen. Während der Autofahrt versicherte der Erstangeklagte, dass er noch mit der Frau sprach, bevor sich ihr Zustand aufgrund einer Mischintoxikation mit Morphin, Pregabalin, Oxazepam, Clonazepam und Ethanol verschlechterte. Bei ihrer Ankunft im Wohnhaus war die 23-Jährige nicht mehr ansprechbar.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Keine Rettung gerufen

Der Erstangeklagte bat seinen Vater, den Zweitangeklagten, um Hilfe, um die Frau ins Haus zu tragen. Er entschied jedoch, dass es nicht notwendig sei, Rettung zu rufen, da er dachte, die Frau sei lediglich müde oder betrunken. Am nächsten Tag wurde die 23-Jährige leblos aufgefunden; die Todesursache wurde als ein Lungenödem festgelegt, mit einer als lethal eingestufte Morphin-Dosis. Unklar bleibt, wann die Drogen genau eingenommen wurden.

Die Situation wurde durch die vermeintliche Alkoholisierung der Frau kompliziert, die vom Zweitangeklagten mehrmals in der Nacht wahrgenommen wurde. Die Mutter des Erstangeklagten war ursprünglich gegen die Entscheidung, die Frau im Haus zu beherbergen. Laut der Einzelrichterin handelt es sich um einen großen Unglücksfall, jedoch konnte niemand zur Verantwortung gezogen werden, da es kein Fehlverhalten der beiden Beschuldigten gab und es an ausreichenden Beweisen für eine Verurteilung fehlte.

Gesundheitliche Risikofaktoren

Alkoholkonsum ist eine der Hauptursachen für zahlreiche gesundheitliche Probleme. Laut dem Robert Koch-Institut ist der gesundheitsschädliche Konsum von Alkohol mitverursachend für mehr als 200 Krankheiten, wobei Alkohol zu den fünf wichtigsten Risikofaktoren für Krankheiten und Todesfälle weltweit gehört. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hebt auch die sozioökonomischen Folgen von riskantem Alkoholkonsum hervor, einschließlich der direkten Kosten für das Gesundheitswesen und Produktivitätsverluste.

Ein Blick auf die Daten des Ärzteblatts zeigt, dass 21.700 Personen im Alter von 15 bis 69 Jahren im Jahr 2021 aufgrund ihres Alkoholkonsums starben. Im gleichen Jahr sind fast 99.000 Menschen an den Folgen des Rauchens gestorben. Trotz eines Rückgangs des Alkoholgebrauchs in Deutschland seit den 1990er Jahren, bleibt das Land eines der Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Konsum von Alkohol.