Am 20. Februar ist ein schweres Unglück am Baikalsee in Sibirien passiert, bei dem ein Bus mit Touristen eingebrochen und gesunken ist. Laut Kurier haben die Behörden die Leichen von sieben chinesischen Touristen und einem russischen Fahrer geborgen. Unter den Opfern war ein 14-jähriger Teenager. Nur ein chinesischer Tourist konnte sich aus dem sinkenden Bus retten.
Der Baikalsee, bekannt als der tiefste See der Welt, ist ein beliebtes Reiseziel, vor allem im Winter, wenn der See zufriert. Die Behörden geben kontrollierte Eisstraßen zur Benutzung frei, doch wie n-tv berichtet, befuhr der verunglückte Bus eine nicht zur Benutzung freigegebene Strecke. Igor Kobzev, der Gouverneur der Region Irkutsk, warnte in einem Telegramm, dass es lebensgefährlich sei, sich auf das Eis des Baikalsees zu begeben und forderte Touristen auf, ausschließlich offizielle Reiseveranstalter zu nutzen.
Eisbedingungen und Rettungsaktionen
Die Tiefe an der Unglücksstelle betrug 18 Meter. Taucher setzten Unterwasserkameras ein, um nach weiteren Opfern zu suchen. Zudem entdeckten Rettungskräfte einen im Eis gefangenen Geländewagen, aus dem eine Frau und ein Kind gerettet wurden. Am Samstag konnten vier weitere Urlauber aus dem Wasser geborgen und per Hubschrauber an Land gebracht werden. Allerdings ist die offizielle Eisstraße momentan aufgrund des Eiszustands nicht geöffnet, und ein größerer Riss wurde in der Gegend von Irkutskaja Guba auf Olchon entdeckt. Eine Kommission wird in den nächsten Tagen die Eisstraße inspizieren und über eine mögliche Öffnung entscheiden.
Die örtlichen Behörden haben ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Ursache des Unglücks zu klären. Der Baikalsee, dessen maximalen Tiefen von 1.641 Metern bekannt sind, vereint nicht nur faszinierende Naturschönheiten, sondern auch große Gefahren, wenn Sicherheitsvorkehrungen missachtet werden.
Tourismus am Baikalsee
Der Baikalsee liegt in Südostsibirien und erstreckt sich über 31.700 Quadratkilometer. Historisch gilt er als ein Ort mit mystischen Legenden, die von verschwundenem Gold und geheimnisvollen Erscheinungen erzählen. Das Gebiet zieht Touristen an, die nicht nur die einzigartige Flora und Fauna, darunter die Baikal-Nerpa und zahlreiche endemische Fischarten, erleben möchten, sondern auch die atemberaubende Winterlandschaft genießen. Im Winter kann die Eisschicht bis zu 2 Meter dick werden und ist für Touristen zugänglich, jedoch müssen sichere Wege unbedingt beachtet werden, um Unfälle wie das jüngste zu vermeiden. Der Baikalsee ist ein tektonischer Grabenbruch, dessen Entstehung jahrtausendealte Diskussionen anspricht, und macht ihn zu einem interessanten Ziel für Naturfreunde und Abenteuerlustige.