Im Bezirk Südoststeiermark ereignete sich am 11. März 2026 ein tragisches Unglück, bei dem ein 19-Jähriger sein Leben verlor. Der junge Mann bestieg einen Hochspannungsmast in Feldbach, geriet in den Stromkreis und wurde tödlich getroffen. Zeugen berichteten, dass er zuvor mehrere Handy- und Strommasten bestiegen hatte, um Fotos und Videos zu machen. Diese Art des Kletterns wird als „Roofing“ bezeichnet und erfreut sich bei Jugendlichen großer Beliebtheit. Der Vorfall wurde von einem Autofahrer beobachtet, der sofort die Rettungskräfte alarmierte, doch für den jungen Mann kam jede Hilfe zu spät.
Das Risiko, welches mit solchen Kletteraktionen einhergeht, wird besonders in der jüngsten Unfallstatistik der Kletterhallen hervorgehoben. Laut einer gemeinsamen Erhebung des Kletterhallenverbands KLEVER und des Deutschen Alpenvereins (DAV) wurden im Jahr 2024 insgesamt 261 Unfälle in Kletterhallen dokumentiert, die einen Rettungsdiensteinsatz erforderten. Dabei sind 220 Meldungen aus Deutschland und 41 aus Österreich erfasst worden. Der Verband der Kletteranlagenbetreiber Österreichs (VKAÖ) hat seit 2024 ebenfalls Daten zur Unfallstatistik beigesteuert.
Unfallstatistik in Kletterhallen
Die Statistiken zeigen, dass Kletterunfälle vor allem beim Bouldern häufig sind. Diese Art des Kletterns macht etwa 75% der Unfälle aus, während 20% auf das Seilklettern entfallen. Besonders häufig treten Verletzungen durch Stürze auf Matten und beim dynamischen Klettern auf. Regelmäßige Überprüfungen der Sicherungstechnik sind von entscheidender Bedeutung, da viele Unfälle durch Fehlbedienungen von Sicherungsgeräten, mangelnde Einhaltung des Bremshandprinzips oder Kontrollverlust während des Ablassens verursacht werden.
- Unfallverteilung in Kletterhallen:
- 75% Boulderunfälle
- 20% Seilklettern
- 5% sonstige Sportunfälle in Hallen
Bei den schweren Unfällen im Jahr 2024 waren 21 Verletzungen beim Bouldern dokumentiert, sowie 53 Unfälle beim Seilklettern, die einen Rettungsdiensteinsatz erforderten. Die häufigsten Ursachen für Sturzverletzungen sind Fehler bei der Bedienung von Sicherungsgeräten und fehlende Kommunikation zwischen den Kletterpartnern.
Wachsendes Bewusstsein für Sicherheit
Der Alpenverein stellt fest, dass jedes Jahr zahlreiche Unfälle in Kletterhallen passieren, und schätzt, dass eine Dunkelziffer nicht erfasster Unfälle existiert. Ein Teil der Unfälle resultiert aus Unsicherheiten im Umgang mit sicherheitsrelevanten Geräten. Es wird empfohlen, vor jeder Klettersession einen Partnercheck durchzuführen und mögliche Fehlerquellen zu adressieren. Die Erhöhung des Bewusstseins für diese Sicherheitsaspekte soll dazu beitragen, die Zahl der Unfälle in der Zukunft zu verringern.
Die tragische Geschichte des 19-Jährigen aus der Steiermark ist ein weiteres Beispiel dafür, wie wichtig Sicherheit im Sport, insbesondere beim Klettern, ist. Solche Vorfälle verdeutlichen die Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen und einer ehrlichen Auseinandersetzung mit den Risiken des Kletterns, sei es in der Natur oder in gesicherten Kletterhallen.
Mehr zur Thematik berichtet vienna.at, die Unfallstatistik finden Sie auf der Seite des Kletterhallenverbands sowie Alpenvereins.