Am Dienstag, dem 24. Februar, ist ein siebenjähriger Junge infolge eines tragischen Reitunfalls in der Innsbrucker Klinik verstorben. Der Unfall ereignete sich am Sonntag, dessen genaue Umstände derzeit noch unklar sind. Ein Passant hatte den schwer verletzten Jungen, seinen ebenfalls schwer verletzten 42-jährigen Vater sowie ein „herrenloses Pferd“ an der Pustertaler Höhenstraße entdeckt und umgehend die Rettungskräfte alarmiert. Der Junge konnte noch an der Unfallstelle reanimiert werden, jedoch erlag er zwei Tage später seinen Verletzungen in der Klinik. Die Polizei hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen; der Vater des verstorbenen Kindes wird als wahrscheinlich Eigentümer des Pferdes betrachtet, konnte aber aufgrund seiner schweren Verletzungen bislang nicht befragt werden. Zudem gibt es keine direkten Zeugen des Unfalls, was die Klärung der Geschehnisse erschwert. Dies berichtet dolomitenstadt.at.

Das tragische Schicksal des Jungen spiegelt eine alarmierende Entwicklung wider: Eine Studie des Forschungszentrums für Kinderunfälle des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE zeigt, dass die Zahl von Unfällen mit Kindern und Pferden eindeutig ansteigt. Von 2015 bis 2023 wurden insgesamt 1.215 Unfälle an der Grazer Uni-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie sowie an der Uni-Klinik für Orthopädie und Traumatologie behandelt. Besonders auffällig ist, dass 42 Prozent der Unfälle in den letzten drei Jahren stattfanden. Jährlich werden etwa 170 Kinder- und Jugendunfälle mit Pferden registriert. Die häufigsten Opfer sind 12-jährige Reiterinnen, wobei 96 Prozent der behandelten Kinder und Jugendlichen weiblich sind. Diese Informationen stammen aus einem Artikel auf pferderevue.at.

Unfallursachen und Verletzungsrisiken

Die Studie zeigt, dass Unfälle größtenteils beim Reiten (72 Prozent) und beim Umgang mit Pferden (24 Prozent) geschehen. Dabei kommt es häufig zu schweren Verletzungen; bei Reitunfällen beträgt die stationäre Aufnahmequote 17 Prozent. Die häufigsten Verletzungen sind Frakturen, gefolgt von Schädel-Hirn-Traumata und Bänderrupturen. Alarmierend ist ebenfalls, dass neun von zehn Reitverletzungen aus Stürzen resultieren, wobei bei 71 Prozent der Reitunfälle der Sturz vom Pferd die Hauptursache ist. Dies macht die Notwendigkeit von Sicherheitstrainings und präventiven Maßnahmen, wie das Tragen von Schutzausrüstung, deutlich.

Die Studie hebt auch hervor, dass viele der verletzten Kinder sich selbst als erfahrene Reiter einschätzen, wobei nur 19 Prozent die Verantwortung für die Unfälle übernehmen. Ein hoher Anteil (45 Prozent) war mit neuen, ungewohnten Pferden in der Situation, was ebenfalls zu gefährlichen Unfällen beiträgt. Zudem zeigen sich bei 35 Prozent der verunfallten Kinder körperliche und psychische Folgen, wobei einige nach schweren Verletzungen mit dem Reiten aufhören. Weitere Sicherheitstipps betonen die Wichtigkeit von konzentriertem Reiten, professioneller Ausbildung und die Pflicht zur Auswertung von Unfallursachen, um aus Vorfällen zu lernen.

Ähnliche Vorfälle und deren Folgen

Ein anderer schwerer Reitunfall ereignete sich erst kürzlich auf Usedom, wo zwei Mädchen im Alter von 9 und 11 Jahren beim Überqueren einer Bundesstraße schwer verletzt wurden, als ihre Pferde von einem Auto erfasst wurden. Ein Pferd starb an der Unfallstelle. Die beiden Mädchen wurden mit zwei Rettungshubschraubern ins Krankenhaus geflogen, während die Polizei Ermittlungen zur Unfallursache und wegen fahrlässiger Körperverletzung eröffnete. Solche Vorfälle verdeutlichen die Gefahren, die das Reiten und der Umgang mit Pferden mit sich bringen können, und machen deutlich, wie wichtig Präventionsmaßnahmen und eine sichere Umgebung für Kinder und Jugendliche sind. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in einem Bericht von n-tv.de.