Am Sonntag, dem 22. Februar 2026, ereignete sich ein tragischer Unfall im Bereich der Pustertaler Höhenstraße, bei dem ein siebenjähriger Junge schwer verletzt wurde. Ein Passant entdeckte ein herrenloses Pferd sowie zwei verletzte Personen und alarmierte umgehend die Rettung. Der Junge wurde noch an der Unfallstelle reanimiert und daraufhin ins Klinikum Innsbruck transportiert. Trotz aller Bemühungen verstarb er am Dienstag, den 24. Februar, aufgrund seiner schweren Verletzungen im Krankenhaus. Die genauen Umstände des Unfalls sind derzeit Gegenstand laufender Ermittlungen, wie gailtal-journal.at berichtet.

Diese tragische Nachricht wirft ein Schlaglicht auf die generelle Sicherheit im Umgang mit Pferden, insbesondere bei Kindern. Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Unfälle mit Kindern und Pferden alarmierend ansteigt. Laut einer umfassenden Studie des Forschungszentrums für Kinderunfälle des Vereins GROSSE SCHÜTZEN KLEINE wurden zwischen 2015 und 2023 insgesamt 1.215 Unfälle in der Grazer Uni-Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie sowie an der Uni-Klinik für Orthopädie und Traumatologie behandelt.

Unfallstatistik und Sicherheitsaspekte

Die Analyse ergab, dass jährlich rund 170 Kinder- und Jugendunfälle mit Pferden zu verzeichnen sind. Besorgniserregend ist, dass 42 Prozent dieser Unfälle allein in den letzten drei Jahren stattfanden. Die überwältigende Mehrheit der Unfälle, etwa 72 Prozent, ereignet sich beim Reiten, während 24 Prozent beim Umgang mit dem Pferd und 4 Prozent beim Voltigieren geschehen. Ein weiterer interessanter Befund ist, dass 96 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen weiblich sind, mit einem Durchschnittsalter von 12 Jahren, wie pferderevue.at berichtet.

Die Studie hebt zudem hervor, dass schwere Verletzungen häufig Arme, Hände und den Kopf betreffen. Alarmierend ist, dass 40 Prozent der Reitunfälle zu schweren Verletzungen führen. Die häufigsten Verletzungsursachen sind Stürze vom Pferd, die in neun von zehn Fällen auftreten. Dabei sind Tritte vom Pferd (38 Prozent) sowie Pferde, die auf Fuß oder Hand steigen (33 Prozent), die häufigsten Ursachen. Beunruhigend ist auch, dass viele der verunfallten Kinder sich selbst als routiniert einschätzen, während nur 19 Prozent die Verantwortung für den Unfall bei sich sehen.

Notwendigkeit von präventiven Maßnahmen

Die Studie macht deutlich, dass es wichtig ist, das Unfallrisiko durch verantwortungsvolles Verhalten von Eltern und Trainern zu minimieren. Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen von Reithelmen sind mittlerweile Standard, und über die Hälfte der Kinder tragen auch Schutzwesten. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass 35 Prozent der verunfallten Kinder unter körperlichen und psychischen Folgen leiden und einige nach schweren Verletzungen das Reiten ganz aufgeben.

Die aktuelle Tragödie und die damit verbundenen Unfallstatistiken verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, die Sicherheit im Umgang mit Pferden für Kinder zu verbessern. Um das Risiko zu verringern, sollten Bewusstsein für potenzielle Gefahren und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen wie professionelle Ausbildung, Aufwärmen vor dem Training sowie Ursachenanalysen nach Unfällen gefördert werden.