Eine aktuelle Umfrage von Ipsos zeigt alarmierende Ergebnisse über die Einstellungen von Männern der Generation Z, die zwischen 1997 und 2012 geboren wurden. Die Studie, die in 29 Ländern durchgeführt wurde, enthüllt, dass diese jungen Männer oft konservative Rollenbilder unterstützen. Besonders auffallend ist, dass 31% der Gen-Z-Männer der Meinung sind, eine Ehefrau sollte ihrem Mann immer gehorchen. Im Vergleich dazu sind es bei den Frauen der Generation Z nur 18%, die diese Ansicht teilen. Bei den männlichen Babyboomern, Jahrgänge 1946 bis 1964, sind lediglich 13% dieser Meinung, während nur 6% der Babyboomer-Frauen zustimmen.
Robert Grimm von Ipsos erklärt, dass die Polarisierung in sozialen Medien durch Algorithmen, die zugespitzte Botschaften belohnen, verstärkt wird. Dies hat zur Folge, dass junge Männer zunehmend traditionelle Hierarchien in Beziehungen befürworten und Schwierigkeiten im Umgang mit unabhängigen Frauen haben. Kelly Beaver, CEO von Ipsos UK und Irland, warnt daher vor einer gefährlichen Neuverhandlung der Geschlechterrollen. Diese Rückkehr zu traditionellen Werten könnte Fortschritte im Bereich der Frauenrechte gefährden, wie Experten feststellen.
Ansichten zur Gleichstellung
Die Umfrage ergibt zudem, dass 59% der Gen-Z-Männer der Meinung sind, von Männern werde zu viel verlangt, um Gleichstellung zu unterstützen. Im Vergleich dazu liegt dieser Wert bei den Babyboomern nur bei 45%. Fast ein Viertel (24%) der Gen-Z-Männer glaubt, eine Frau solle nicht zu unabhängig wirken. Zusätzlich meinen 20%, dass eine „echte Frau“ niemals Sex initiieren dürfe. Diese Ansichten werden durch die Nutzung sozialer Medien beeinflusst, die häufig antifeministische Narrative fördern. Laut Maria Freixanet Mateo, Expertin für Sozialpolitik, zeigt sich unter Jungen ein moderner Machismo, der sie in ihrem Verhalten beeinflusst.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass 29% der Gen-Z-Männer finden, es verursache Probleme, wenn die Ehefrau mehr verdient als ihr Ehemann. Unter den Babyboomern liegt dieser Wert lediglich bei 18%. Laut Heejung Chung von der King’s Business School erleben Gen-Z-Männer einen erhöhten Druck, ihre Maskulinität unter Beweis zu stellen. Dies steht im Kontrast zu Babyboomern, die gelassener mit solchen Erwartungen umgehen. Bemerkenswert ist, dass 61% der Gen-Z-Männer glauben, dass in ihrem Land bereits genug für die Gleichstellung getan wurde, während 57% meinen, dass Männer mittlerweile diskriminiert werden.
Gesamtgesellschaftliche Konsequenzen
Die Einstellungen zur Geschlechterverteilung in der Gesellschaft sind vielfältig. Eine Umfrage von der Bundeszentrale für politische Bildung zeigt, dass etwa 70% der Befragten der Meinung sind, beide Geschlechter sollten sich gleich um Haushalt und Kinder kümmern. Dennoch ordnen etwa 40% der Befragten Frauen als die besseren Betreuerinnen für kleine Kinder ein. Die Diskrepanz zwischen persönlichen Ansichten und gesellschaftlichen Erwartungen, besonders bei Gen-Z-Männern, ist signifikant.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die aktuelle Generation von Männern in einer parallelen Realität lebt, geprägt von digitalen Einflüssen und gleichzeitig vor der Herausforderung, traditionellen Normen gerecht zu werden. Die Suche nach Identität und der Umgang mit Geschlechterrollen bleibt im digitalen Zeitalter ein komplexes Thema.
Für weitere Informationen lesen Sie die Berichte von Kurier, Merkur und bpb.