In Minneapolis kommt es nach dem tödlichen Einsatz gegen Alex Pretti, einen 37-jährigen Krankenpfleger, zu weitreichenden Konsequenzen. Bundesbedienstete der Grenzschutzbehörde CBP, die an dem Vorfall beteiligt waren, wurden vom Dienst suspendiert. Die genaue Anzahl dieser Mitarbeiter ist bislang unklar. Präsident Donald Trump hat eine „ehrenvolle und ehrliche Untersuchung“ des Vorfalls angekündigt, welcher landesweite Wut und Proteste ausgelöst hat. Vienna.at berichtet, dass der tödliche Vorfall während einer Abschiebe-Razzia am vergangenen Samstag stattfand.

Die initiale Darstellung des Heimatschutzministeriums sah die Schüsse als „Abwehrschüsse“ an, jedoch wurde dies durch Videoaufnahmen in Frage gestellt. Diese Aufnahmen zeigen Pretti am Boden liegend mit einem Handy in der Hand. Die Waffe, die er trug, war ihm bereits abgenommen worden, als die Bundesbediensteten das Feuer eröffneten. Ein Bericht des Heimatschutzministeriums stellt klar, dass die Schüsse von zwei Schützen abgefeuert wurden: einem Mitarbeiter der Border Patrol und einem anderen der Customs and Border Protection (CBP). Diese Informationen werfen gravierende Zweifel an der Rechtfertigung der Einsatzkräfte auf.

Reaktion der Öffentlichkeit und politische Spannungen

Der Vorfall ist nicht der einzige tödliche Einsatz von Bundesbehörden in Minneapolis, der in den letzten Wochen für Aufsehen gesorgt hat. Bereits am 7. Jänner wurde die unbewaffnete Autofahrerin Renée Good durch die Schüsse eines ICE-Beamten getötet. Daraufhin entbrannten landesweite Proteste gegen die Einwanderungsbehörde ICE. In diesem Kontext wurden mehr als 1.000 Demonstrationen gegen die Behörde angekündigt, und am 15. Jänner drohte Trump mit einem Militäreinsatz, um die Proteste zu unterdrücken. Über 1.500 US-Soldaten wurden in Bereitschaft versetzt.Die Zeit beschreibt den anhaltenden Druck und die Eskalation der Situation in der Stadt.

Im Zusammenhang mit den Protesten hat die Familie von Renée Good Anwälte engagiert, die zuvor George Floyd verteidigten, um Gerechtigkeit für den Tod ihrer Angehörigen zu suchen. Der Fall Pretti und die bisherigen Vorfälle haben nicht nur eine lokale, sondern auch eine landesweite Debatte über Polizeigewalt und die Umgangsweise mit Einwanderern angestoßen. Spiegel berichtet, dass der Untersuchungsbericht die Notwehrbehauptungen der Einsatzkräfte widerlegt.