Im Osttiroler Bezirk Lienz spitzt sich die Situation um Raubtiere wie Wölfe weiter zu. Die Tiroler Landesregierung hat in Reaktion auf mehrere Vorfälle, bei denen Schafe von einem Wolf gerissen wurden, eine Abschussverordnung erlassen. Diese trat am Dienstag in Kraft und ist vorerst für acht Wochen gültig. Am 27. und 29. September wurden in den Gemeinden Nußdorf-Debant und Oberlienz mehr als ein Dutzend Schafe auf Heimweiden getötet oder verletzt, was die drastischen Maßnahmen der Behörden erforderlich machte. In insgesamt zwölf Fällen wurden tote und sechs verletzte Schafe registriert, und ein verletztes Schaf musste notgetötet werden.

Zusätzlich zu den Vorfällen in Nußdorf-Debant und Oberlienz gab es auch in einem Almgebiet in Leisach Mitte September fünf tote Schafe sowie zehn abgängige Schafe. Diese Ereignisse haben den Verdacht auf die Präsenz eines Risikowolfs verstärkt, insbesondere da die Risse in der Nähe von Siedlungsräumen stattfanden. Laut dem Tiroler Landwirtschafts- und Forstwirtschaftslandesrat Josef Geisler ist die Sicherheit der Bevölkerung durch den Wolf gefährdet.

Abschussverordnung für Risikowolf

Die Abschussverordnung für den Wolf, der offenbar in der Nacht auf Dienstag erlegt wurde, dient der Eindämmung der Rissschäden. Bisher wurden im Jahr 2025 insgesamt 26 solcher Verordnungen für Wölfe in Tirol erlassen, von denen aktuell noch sieben in Kraft sind. Sechs Verordnungen wurden bereits erfüllt. Der getötete Wolf wird zur genauen Untersuchung an die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) nach Innsbruck gebracht.

Die tiroler Jägerschaft wurde über die neuen Regelungen informiert und hat diese umgehend in die Tat umgesetzt. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Konflikte zwischen Mensch und Tier zu minimieren und die Sicherheit auf den Weiden wiederherzustellen. Zudem gibt es Berichte über Zwischenfälle mit anderen Großraubtieren, wie zum Beispiel einem Bären, der in der Gemeinde Nauders ein Schaf getötet hat. Eine genetische Untersuchung bestätigte den Verdacht auf einen Bären als Verursacher, allerdings sind derzeit keine neuen Sichtungen von Bären bekannt, was die Gefahr für die Bevölkerung als gering einschätzt.

Insgesamt zeigt die Situation in Osttirol die Herausforderungen des Wolfsmanagements in einer Region, in der sowohl Landwirtschaft als auch Naturschutz von Bedeutung sind. Wie der WWF betont, ist ein ausgewogenes Management entscheidend für ein konfliktfreies Zusammenleben von Mensch und Tier. Unter anderem wird empfohlen, Sichtungen von Großraubtieren schnell zu melden, insbesondere wenn Bildmaterial zur Verfügung steht, um die Gefährdung adäquat einschätzen zu können.

Für weitere Informationen zu den Maßnahmen im Wolfsmanagement bietet sich ein Blick auf die WWF-Website an. Gemeinsam können solche Themen gewuppt werden, wobei die Verantwortung sowohl bei den Behörden als auch bei den betroffenen Landwirten und der Bevölkerung liegt.