Am 14. Jänner 2026 fand eine Klausurtagung der Tiroler Landesregierung im Tramser Hof in Landeck statt, die in den Fokus der öffentlichen Diskussion gerückt ist. Neos-Klubchefin Birgit Obermüller äußerte scharfe Kritik an den Ergebnissen dieser Zusammenkunft. Laut Dolomitenstadt vermisse die Oppositionspartei konkrete Ergebnisse, während sie gleichzeitig auf die bedeutende Rolle der Ehrenamtlichen hinwies, die das gesellschaftliche Leben in Tirol entscheidend prägen. Obermüller stellte die Frage in den Raum, ob es überhaupt angemessen sei, dass sich die Politik für das zivilgesellschaftliche Engagement der Tirolerinnen und Tiroler feiern lasse.

Die Landeshauptmannstellvertreter Philipp Wohlgemuth und Anton Mattle versuchten hingegen, positive Akzente zu setzen. Mattle erklärte, dass jeder zweite Tiroler ehrenamtlich aktiv ist und diese Gruppe einen jährlichen Wert von rund 10 Millionen Euro für die Gesellschaft generiert. Die Landesregierung plant, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Ehrenamtliche zu verbessern und eine Charta für freiwilliges Engagement in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen zu unterzeichnen. Dies wurde in einem Bericht von MeinBezirk bestätigt, wo auch Themen wie Arbeitsplätze, öffentlicher Verkehr und leistbares Wohnen auf der Agenda standen.

Investitionen in leistbares Wohnen

Ein zentrales Anliegen der Landesregierung ist die Schaffung von leistbarem Wohnraum. Wohlgemuth kündigte eine Investition von 720 Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren an, um diesem Ziel näherzukommen. Tirol ist darüber hinaus bekannt für seine hervorragende Wohnbauförderung, und die Regierung beabsichtigt, keine Einsparungen in diesem Bereich vorzunehmen. Die Einführung der Baulandmobilisierungsabgabe und der Ausbau des Bodenfonds sollen dazu beitragen, zusätzliches Bauland zu gewinnen, um sowohl private als auch gewerbliche Flächen zu erwerben.

Allerdings äußerte Obermüller Bedenken, dass die Lebenshaltungskosten in Tirol überdurchschnittlich hoch seien und dass man beim leistbaren Wohnen „meilenweit entfernt“ sei. Dies wirft die Frage auf, wie effektiv die Maßnahmen der Regierung tatsächlich sind und ob sie in der Praxis den Bedürfnissen der Tiroler Bevölkerung gerecht werden.

Unterstützungsmaßnahmen für Familien und Ehrenamtliche

Im Bereich der Familienförderung wurden verschiedene Programme geschaffen, die einkommensschwache Haushalte unterstützen sollen. Laut Informationen von Arbeiterkammer Tirol zählen dazu der Kinderbetreuungszuschuss, Kindergeld Plus und weitere finanzielle Hilfen, die speziell für Schulveranstaltungen sowie Unterstützung für Mehrlingsgeburten gedacht sind. Auch Lehrlinge erhalten Zuschüsse für ihre Lebenshaltungskosten während der Ausbildung.

Zusätzlich plant die Tiroler Landesregierung Maßnahmen zur Unterstützung von Ehrenamtlichen. Diese reichen von rechtlicher Absicherung bis hin zu praktischen Entlastungen für Funktionäre, um den wertvollen Beitrag des Ehrenamtes in der Gesellschaft zu würdigen.

Insgesamt zeichnet sich ab, dass die Tiroler Landesregierung vor großen Herausforderungen steht, insbesondere in Bezug auf leistbares Wohnen und die Wertschätzung für ehrenamtliches Engagement. Die kommenden Monate werden zeigen, ob es gelingt, die formulierten Pläne und Versprechen in der Realität umzusetzen.