Immer wieder werden Verbraucher Opfer skrupelloser Betrüger, die mit vermeintlich lukrativen Angeboten im Bereich des KI-basierten Handels die Menschen in die Falle locken. Ein aktueller Fall aus Tirol verdeutlicht die Gefahren solcher betrügerischen Plattformen. Ein 47-jähriger Österreicher verlor einen hohen fünfstelligen Eurobetrag, nachdem er sich im Oktober 2025 auf einer KI-Trading-Plattform registriert hatte. Laut 5min wurde der Mann am selben Tag von angeblichen Mitarbeitern mehrerer Internetseiten telefonisch kontaktiert. Über mehrere Überweisungen an Konten in Luxemburg, den Niederlanden und Litauen sollte er angeblich hohe Gewinne durch KI-gestützten Handel erzielen.
Am 29. Jänner 2026 bemerkte der Geschädigte schließlich, dass der Kontakt zu seiner Ansprechperson abgebrochen war und er auf seinen Investitionen sitzengeblieben war. Ein weiterer Mann hatte ihm zuvor Krypto-Handelsgeschäfte mit garantierten monatlichen Renditen von 6,2 bis 7,8 Prozent angeboten. Dabei sollte das investierte Geld direkt vom Bitcoin-Wallet des Opfers auf das Wallet der Täter transferiert werden. Eine eigene Recherche ergab für den Betroffenen, dass keinerlei Transaktionen auf seinem Wallet stattgefunden hatten.
Sicherheitswarnungen und Hintergründe
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnte bereits mehrfach vor solchen unseriösen KI-Trading-Plattformen. Diese Anbieter versprechen oft betriebswirtschaftliche Gewinne und agieren dabei ohne die notwendige Zulassung. Rexus-Recht erläutert, dass viele dieser Plattformen mit gefälschten Identitäten operieren und keine Aufsicht durch die BaFin unterliegen. Betrüger präsentieren oft hohe Gewinne auf ihren Trading-Dashboards, die jedoch auf fiktiven Daten basieren.
In der Regel verläuft ein Betrug bei solchen Plattformen nach einem typischen Muster: Zunächst wird eine geringe Anfangseinzahlung gefordert, gefolgt von der Zusicherung hoher Gewinne. Die Betrüger verlangen dann weitere Zahlungen für angebliche Steuern oder Verifizierungen. Oftmals bleibt der Kundenservice unerreichbar, insbesondere wenn Opfer versuchen, ihre Gelder auszuzahlen.
Empfehlungen für Betroffene
Betroffene sollten folgende Schritte unternehmen: keine weiteren Einzahlungen leisten, Beweise wie Wallet-Daten und E-Mail-Kommunikationen sichern und nach Möglichkeit rechtlichen Rat einholen. Ein schnelles Handeln ist entscheidend, um mögliche Verluste zu begrenzen.
Die BaFin spricht eine klare Empfehlung aus: Verbraucher sollten sich vor Investitionen im Internet gründlich informieren, da viele Websites, insbesondere solche die mit Sätzen wie „KI-gestützte Geldanlage für alle, die smart investieren wollen“ werben, keine transparenten und legalen Dienstleistungen anbieten. Die Anbieter sind häufig nicht lizenziert und tragen kein Impressum, was zusätzliches Risiko birgt. Weitere Informationen dazu sind in der Unternehmensdatenbank der BaFin einsehbar und im Verbraucherschutzpodcast „Vorsicht, Betrug“ werden zusätzliche Tipps gegeben, um vor Betrugsmaschen am Finanzmarkt zu schützen (BaFin.