Tirol

Stabile Lebensmittelproduktion trotz Herausforderungen: Die Rolle der Gewerke im Bezirk Schwaz

Die Lebensmittelgewerbe im Bezirk Schwaz, bestehend aus Bäcker:innen, Konditor:innen, Metzger:innen und Nahrungs- und Genussmittelbetrieben, spielen eine wichtige Rolle in der Region. Sie sorgen für eine flächendeckende Nahversorgung und tragen maßgeblich zur Wertschöpfung bei. Obwohl sie mit verschiedenen Herausforderungen wie hohen Energiepreisen und einer Inflationsrate konfrontiert sind, zeigen sich die Betriebe dank des touristischen Rückenwinds stabil. Der Tourismus dient als wichtige Stütze und ermöglicht es den Gewerben, den Gästen authentische Qualität zu bieten.

Laut einer Studie der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) tragen die knapp 580 Tiroler Lebensmittelproduzent:innen im Bezirk Schwaz mit 512,9 Millionen Euro zur Wertschöpfung und mit 657,1 Millionen Euro zum Bruttoregionalprodukt in Tirol bei. Zudem sind 6.319 Beschäftigte in Vollzeit tätig, was zu einem Einkommenseffekt von 272,4 Millionen Euro pro Jahr führt. Auch die öffentliche Hand profitiert von der Aktivität der Lebensmittelgewerbe, mit einem Steuer- und Abgabenaufkommen von 409,8 Millionen Euro.

Während die Umsätze der Tiroler Lebensmittelproduzent:innen von 2010 bis 2020 leicht auf 589,2 Millionen Euro gestiegen sind, mussten die Unternehmen inflationsbereinigt einen Verlust von 12,9 Prozent hinnehmen. Die gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise können nicht direkt an die Kund:innen weitergegeben werden, was sowohl die Betriebe als auch die Tiroler:innen negativ beeinflusst. Eine weitere Entwicklung in diese Richtung würde zu einem Verlust von 72,5 Millionen Euro an Wirtschaftsleistung und 588 Vollzeitarbeitsplätzen in Tirol führen.

Trotz der Herausforderungen gibt es einen positiven Trend hin zu mehr Regionalität und Qualität. Die Bemühungen der vergangenen Jahre haben sich ausgezahlt, und es werden weitere Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe gefordert.

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Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, setzen die Lebensmittelgewerbe auf innovative Lösungsansätze. Die Bäcker:innen bieten beispielsweise Ausbildungsangebote für Quereinsteiger:innen an und nutzen moderne Technologien zur attraktiveren Gestaltung der Arbeitszeiten. Auch die Erlebnissennerei Zillertal ist flexibel in der Personalgewinnung und setzt auf nachhaltiges und verantwortungsvolles Wirtschaften. Sie verarbeitet die Heumilch von Bergbauern in der Region und kooperiert mit anderen regionalen Partner:innen.

Um das Bewusstsein für die Tiroler Lebensmittelgewerbe zu stärken und neue Mitarbeiter:innen anzuziehen, präsentieren sich die Betriebe auf der gemeinsamen Online-Plattform www.tirol-schmeck.at. Diese Plattform erzählt Geschichten und gibt Einblicke in die Produktionsstätten, und hat bereits mehr als 740.000 Menschen erreicht.

Trotz des positiven Einflusses des Tourismus und der Bemühungen der Betriebe stehen sie auch vor Herausforderungen, wie dem EU-Lieferkettengesetz. Das Gesetz stellt die Lebensmittelproduzent:innen vor große Herausforderungen, und es werden staatliche Unterstützungsmaßnahmen gefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes nicht zu gefährden.

Insgesamt spielen die Lebensmittelgewerbe im Bezirk Schwaz eine entscheidende Rolle für die Nahversorgung und die Wertschöpfung in der Region. Sie tragen zur regionalen Wirtschaft bei und setzen sich für Qualität, Nachhaltigkeit und regionale Produkte ein. Die Betriebe sind bestrebt, innovative Lösungen zu finden, um den Herausforderungen der Branche zu begegnen und weiterhin erfolgreich zu sein.

Quelle: Presse.wirtschaft.tirol

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