Stephan Embacher, der 20-jährige Skisprung-Star aus Tirol, tritt in diesem Jahr seine erste Olympiateilnahme an. Der talentierte Athlet, der im letzten Jahr des Schigymnasiums Stams ist, hat sich entschieden, seine Schulbücher mit nach Cortina zu bringen, auch wenn er noch nicht oft hineingeschaut hat. Dieses Jahr könnte entscheidend für seine Karriere werden, denn Embacher hat bereits ein beeindruckendes Jahr hinter sich, das mit starken Leistungen bei der Skiflug-WM sowie konstanten Top-acht-Platzierungen im Weltcup gekrönt wurde. OE24 berichtet, dass er keinen externen Druck verspürt, sich jedoch selbst viel Druck macht, um gute Ergebnisse zu erzielen.
Embacher zieht einen Vergleich zu Thomas Morgenstern, der 2006 Olympiasieger wurde und ebenfalls in Stams zur Schule ging. Der erfahrene Skispringer hat Embachers Entwicklung gelobt und seine Nervenstärke hervorgehoben. Ähnlich wie Morgenstern wird der junge Athlet von ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl als „Strizzi“ bezeichnet, was auf seinen jugendlichen Leichtsinn anspielt. Trotz seines Spitznamens „Bambi“, der ihm von seinen Kollegen verliehen wurde, bleibt er fokussiert auf die Wettbewerbe. Nach dem Gewinn von Doppel-Gold beim Europäischen Olympischen Jugendfestival 2023 in Planica strebt er nun an, auch bei den Olympischen Spielen auf sich aufmerksam zu machen.
Die Herausforderungen des Leistungssports
Mit den Olympischen Spielen in Sichtweite, wird deutlich, dass die Athleten auch psychologische Herausforderungen meistern müssen. Nach den Spielen erleben viele Sportler eine Phase der Depression, was von verschiedenen Experten thematisiert wird. N-TV beschreibt, dass der Rückkehr in den Alltag oft mit Herausforderungen verbunden ist und viele Athleten, darunter Michael Phelps, die Problematik der post-olympischen Depressionen ins Licht gerückt haben. Diese Erfahrung ist besonders für Debütanten wie Embacher von Bedeutung, da sie sich in einer ungewohnten und intensiven Situation wiederfinden.
Psychologin Marion Sulprizio hat betont, dass es sich hierbei um ein wichtiges Tabuthema handelt, dessen Dunkelziffer sehr hoch ist. Die australischen Forschungsergebnisse zeigen, dass viele Athleten sich nach dem Ende ihrer Wettkämpfe oft allein und deprimiert fühlen. Erfahrungen aus vorherigen Olympischen Spielen zeigen, dass sich die Emotionen nicht nur auf den sportlichen Erfolg beschränken. Britta Steffen und andere prominente Sportler haben darüber berichtet, wie herausfordernd der Übergang in die Normalität sein kann.
Ein Blick auf die sportliche Karriere
Stephan Embacher, geboren am 12. Jänner 2006 in St. Johann in Tirol und in Hopfgarten im Brixental aufgewachsen, hat eine vielversprechende Karriere vorzuweisen. Er ist seit 2021 im Skisprung-Alpencup aktiv, wo ihm sein erster Podiumsplatz am 5. Februar 2022 in Predazzo vergönnt war. Mit seinem ersten Sieg im Alpencup am 14. Jänner 2023 in Eisenerz und nachfolgenden Erfolgen hat er sich schnell an die Spitze der nordischen Sportart gekämpft. Das Jahr 2023 war besonders für Embacher prägend, da er sowohl im Einzel- als auch im Teamspringen Goldmedaillen beim Europäischen Olympischen Winter-Jugendfestival gewann.
Die letzten Wettkämpfe haben Embacher nicht nur Erfolge, sondern auch Erfahrung auf internationalem Parkett gebracht. Bei den Nordischen Junioren-Skiweltmeisterschaften 2023 konnte er den Titel im Teamspringen gewinnen. Sein Debüt im Skisprung-Weltcup feierte er am 3. Jänner 2024 in Innsbruck, wo er sofort wertvolle Punkte sammelte. Seine beeindruckende Leistung im Continental-Cup, wo er am 10. Jänner 2026 seinen ersten Sieg feierte, zeigt, dass er auf dem besten Weg ist, sich in der Welt des Skispringens einen Namen zu machen.