Am 10. Jänner 2026 kam es gegen 12:10 Uhr auf der B169 Zillertal Straße in der Gemeinde Fügen, Tirol, zu einem schweren Verkehrsunfall. Ein 87-jähriger niederländischer Fahrer und seine 85-jährige Ehefrau gerieten aus bisher unbekannten Gründen von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug touchierte zunächst die Bordsteinkante und ein Verkehrsschild, bevor es sich überschlug und nach etwa 30 Metern am Dach zum Stillstand kam. Bei diesem Vorfall löste sich ein automatischer Notruf über das eCall-System des Fahrzeugs aus.

Der eCall-Dienst, der seit 2018 in neuen Fahrzeugmodellen Pflicht ist, ermöglicht eine schnelle Alarmierung der Rettungsdienste im Falle eines schweren Unfalls. Dadurch sollen die Ankunft der Rettungskräfte um bis zu 50 % beschleunigt und jährlich rund 2500 Verkehrstote verhindert werden. Das System sendet automatisch Informationen wie den Standort des Unfalls und die Schwere des Vorfalls an die Notrufnummer 112, was in diesem Fall entscheidend für die schnelle Reaktion der Rettungskräfte war.

Rettungsmaßnahmen und Auswirkungen

Nach dem Unfall leisteten andere Verkehrsteilnehmer sofort Erste Hilfe. Beide Insassen des Fahrzeugs wurden mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Bezirkskrankenhaus Schwaz gebracht. Der Sachschaden am Pkw wird als beträchtlich eingeschätzt. Aufgrund des Unfalls war die B169 für etwa zwei Stunden vollständig gesperrt. An den Rettungsmaßnahmen waren der Rettungsdienst mit Notarzt, ein Einsatzleiter, die Freiwillige Feuerwehr Fügen sowie drei Polizeistreifen beteiligt.

Das eCall-System, das für alle neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeuge seit dem 31. März 2018 vorgeschrieben ist, nutzt Mobilfunk, um Notrufe automatisch oder manuell auszulösen. Bei schweren Unfällen, wie zum Beispiel bei einer Airbagauslösung, wird der Notruf automatisch betätigt, was die Reaktionszeit der Rettungsdienste erheblich verkürzen kann.

Technische Hintergründe des eCall-Systems

Um eCall zu funktionieren, müssen mehrere technische Komponenten im Fahrzeug integriert sein. Dazu gehören GPS- und Galileo-Empfänger, eine Mobilfunkantenne, ein Steuergerät mit SIM-Karte sowie eine Freisprechanlage. Das System ist darauf ausgelegt, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen und die Effizienz der Notfallversorgung bei Verkehrsunfällen zu verbessern.

Der europäische Gesetzgeber erwartet von eCall nicht nur eine Verbesserung der Notfallhilfe, sondern sieht es auch als Grundlage für zukünftige Telematik-Dienste im Fahrzeugbereich. Aufgrund der anstehenden Abschaltung von 2G-Netzen bis 2028 gibt es jedoch Bedenken hinsichtlich der Funktionalität älterer eCall-Systeme, die auf dieser Technologie basieren könnten.

Insgesamt verdeutlicht dieser Vorfall die wachsende Bedeutung von Technologien wie eCall im Bereich der Verkehrssicherheit. Die EU-Kommission schätzt, dass durch die verpflichtende Einführung des Systems die Anzahl der Verkehrstoten in den kommenden Jahren signifikant gesenkt werden könnte.

Für mehr Informationen zu eCall und dessen Funktionsweise besuchen Sie ADAC und Wikipedia.

Den vollständigen Bericht über den Unfall in Fügen finden Sie bei Fireworld.