Im Skigebiet St. Jakob im Defereggen/Brunnalm ereignete sich am Donnerstag, den 12. Februar 2026, gegen 12:40 Uhr, ein schwerer Skiunfall. Eine 64-jährige Österreicherin hatte auf der roten Piste Nr. 3 talwärts gefahren, als sie in der Pistenmitte auf Höhe der Mooseralm mit einem unbekannten Skifahrer kollidierte. Beide Personen stürzten bei dieser Kollision und während die 64-Jährige schwere Verletzungen erlitt, stand der unbekannte Skifahrer nach dem Unfall auf, öffnete seine beiden Bindungen und führte ein kurzes Gespräch mit der Verletzten, bevor er die Unfallstelle verließ, ohne seine Kontaktdaten zu hinterlassen. Die Polizei in Lienz sucht nun Zeugen dieser Tragödie und hat dazu eine Hotline eingerichtet: 059133/7230. Der gesuchte Unfallbeteiligte wird als männlich, etwa 40-50 Jahre alt, beschrieben und trug orangefarbene Ski, einen schwarzen Helm sowie einen schwarz gekleideten Skianzug. Er dürfte beim Zusammenstoß unverletzt geblieben sein, spricht jedoch deutsch.

Die 64-Jährige erhielt unmittelbar nach dem Vorfall Erste Hilfe von der Pistenrettung und wurde ins Tal gebracht. Dort begab sie sich selbstständig ins Unfallkrankenhaus Klagenfurt zur weiteren medizinischen Versorgung.

Häufigkeit und Ursachen von Skiunfällen

Der Vorfall im Skigebiet St. Jakob wirft ein Licht auf die Gefahren, die im Skisport lauern. Laut einem Bericht von apotheken-umschau.de, nehmen die Skiunfälle seit der Corona-Pandemie wieder zu. Für die Saison 2023/24 wurde ein Anstieg der Unfallzahlen pro 1.000 Skifahrer zum dritten Mal in Folge festgestellt. Während im Winter 2022/23 zwischen 46.000 und 48.000 Menschen wegen skibedingter Verletzungen ärztliche Hilfe benötigten, bleibt diese Zahl historisch gesehen noch niedrig, wenn man sie mit der Basissaison 1979/80 vergleicht.

Die häufigsten Verletzungen beim Skifahren sind Knieverletzungen, die 27,4% der Skiunfälle ausmachen und bei Frauen sogar 38%. Insbesondere bei Skifahrern über 65 Jahren sind Kreuzbandrisse aufgrund mangelhafter Koordinationsfähigkeit eine häufige Herausforderung. Ein Problem in der Unfallmedizin ist, dass sich Verletzungen oft in kurzer Zeit und in vermeintlich unspektakulären Situationen häufen. Der Druck von wärmeren Temperaturen, nachlassender Konzentration und körperlicher Ermüdung erhöht das Risiko grundsätzlich.

Sicherheitsmaßnahmen und Empfehlungen

Um das Risiko von Skiunfällen zu minimieren, wird empfohlen, regelmäßiges körperliches Training und Materialpflege, wie das Warten und Schleifen der Skikanten, durchzuführen. Zudem ist die Anschaffung einer Versicherung gegen Skiunfälle, die die Bergungskosten abdeckt, sinnvoll. Diese können bis zu 5.000 Euro betragen, wobei gesetzliche Krankenkassen oft nur teilweise die Kosten übernehmen.

Zahlen von beyondsurfing.com zeigen, dass in der Ski-Saison 2021/22 etwa 37.000 bis 39.000 Skifahrer:innen eine ärztliche Behandlung nach einem Unfall benötigten, was 0,5 % aller Skifahrer:innen in Deutschland entspricht. Das Unfallrisiko beim Skifahren ist im historischen Kontext betrachtet relativ niedrig, jedoch sind Kollisionen und das ungenügende Aufwärmen der häufigsten Ursachen für Verletzungen und Unfälle.

Die Ereignisse im Skizentrum St. Jakob verdeutlichen die Bedeutung von Achtsamkeit sowie einer soliden Vorbereitung auf den Wintersport. Die Polizei ruft Zeugen auf, sich zu melden, um mehr über den Unfall herauszufinden und möglicherweise zur Klärung beizutragen.