Im Rahmen der internationalen Kampagne „Orange the World“ fanden heute, am 26. November 2025, verschiedene Aktionen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen statt. Besonders hervorzuheben ist die Veranstaltung auf dem Lienzer Johannesplatz, wo Fahnen gehisst wurden. Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Fachschule der Dominikanerinnen trugen aktiv dazu bei, indem sie ihre Gedanken und Forderungen zu geschlechtsspezifischer Gewalt formulierten. Diese Initiative wurde in Zusammenarbeit mit dem Soroptimist International Club Lienz-Osttirol organisiert und zielt darauf ab, das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen.
Am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, wurden die Fahnen feierlich zusammen mit der Fahne des Frauenzentrums Osttirol gehisst. Die Aktion ist Teil einer breiteren UN-Initiative, die vom 25. November bis 10. Dezember läuft. Die Farbe Orange, die als Symbol für Hoffnung und ein Ende der Gewalt steht, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Der Soroptimist Club Lienz-Osttirol engagiert sich seit Jahren in dieser Kampagne, und gemeinsam mit der Stadt Lienz werden mehrere Orte, darunter das Schloss Bruck und die Mariensäule, orange beleuchtet.
Die Stimme der Jugendlichen
Ein bemerkenswerter Aspekt dieser Veranstaltung ist die aktive Einbindung der jungen Generation. Clubpräsidentin Susanne Scheran betont die Bedeutung der Sprache und Meinungen junger Menschen in der Gesellschaft. Auf den Fahnen verwendeten die Schüler:innen auch ihre Zweitsprachen, darunter Persisch, Holländisch, Italienisch, Arabisch, Somalisch, Spanisch und Schwedisch, um auf die weltweite Problematik der Gewalt aufmerksam zu machen.
Die UN-Kampagne „Orange the World“ hat zum Ziel, das öffentliche Bewusstsein für die weit verbreitete Menschenrechtsverletzung der Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu schärfen. Gewalt kann dabei auf unterschiedliche Weisen auftreten – körperlich, sexuell oder psychisch – und in verschiedenen Umgebungen wie dem häuslichen Bereich, am Arbeitsplatz, in Schulen, im öffentlichen Raum und digital erfolgen, wie das Bundesministerium für Justiz hervorhebt. Die Justizministerin Dr.in Anna Sporrer betont die gesellschaftliche Verantwortung im Gewaltschutz und unterstützt Maßnahmen, um die Rechte der Opfer zu stärken.
Digitale Gewalt im Fokus
Ein weiterer zentraler Aspekt der Kampagne sind die Herausforderungen der digitalen Gewalt. Viele Frauen und Mädchen sind zunehmend in digitalen Räumen von Belästigung und Übergriffen betroffen. Die UNiTE-Kampagne unter dem Motto „UNiTE to End Digital Violence against All Women and Girls“ macht während der 16 Tage des Aktivismus auf diese Problematik aufmerksam. Der Hashtag #NOEXCUSE FOR ONLINE ABUSE verdeutlicht die Dringlichkeit, gegen solche Gewalt vorzugehen. Digitale Gewalt kann mit harmlosen Nachrichten beginnen, sich jedoch schnell zu ernsthaften Bedrohungen entwickeln.
Für viele Frauen hat sich das Internet zu einem gefährlichen Ort entwickelt, wo Belästigungen und Übergriffe alltäglich sind. Auch die Technologie spielt eine alarmierende Rolle: KI-Technologien werden genutzt, um schädliche Deepfakes zu erzeugen, die Frauen belästigen und deren Stimmen zum Schweigen bringen sollen. Ziel der Kampagne ist es, eine Welt zu schaffen, in der Technologie Gleichberechtigung fördert, damit Frauen und Mädchen Schutz und Möglichkeiten in digitalen Räumen finden.
Die laufenden Aktionen von „Orange the World“ verdeutlichen, dass nicht nur das Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen und Mädchen gesteigert werden soll, sondern auch ein gemeinsames Handeln gefordert ist, um Betroffenen Schutz und Unterstützung zu bieten. Weitere Informationen sind über die Website hilfe-bei-gewalt.gv.at erhältlich.