Osttirol, eine Region mit fast 49.000 Einwohner:innen, steht vor der Herausforderung, die wirtschaftlichen Strukturen zu modernisieren und dabei auf die bedeutende Rolle der Industrie zu setzen. Laut dolomitenstadt.at sind rund 20.500 Personen in unselbstständiger Arbeit beschäftigt. Der größte Arbeitgeber in Osttirol ist der öffentliche Sektor, zu dem Bund, Land, Schulen, das Bezirkskrankenhaus, Altenheime, Ämter und Gemeinden gehören. Doch der Fokus auf die Privatwirtschaft ist unverzichtbar, da rund 15.000 Arbeitsplätze auf diesem Sektor entfallen.
Die Industrie stellt den größten Jobmotor in der Region dar und wird von Gewerbe und Handwerk gefolgt. Betrachtet man die Beschäftigungszahlen, so bietet die Industrie fast 5.000 zusätzliche Arbeitsplätze, während der Tourismus zwischen 1.600 und 2.700 Beschäftigten Platz bietet, je nachdem, welche Quelle man heranzieht.
Wirtschaftliche Bedeutung der Industrie
Die Relevanz der Industrie wird durch das Bruttomonatseinkommen von 2.944 Euro im Bezirk Lienz unterstrichen, welches etwas unter dem Tirolschnitt von 3.067 Euro liegt. Höhere Löhne aus der industriellen Beschäftigung führen zu erhöhten Steuereinnahmen für die Gemeinden, wodurch die Daseinsvorsorge gesichert werden kann. Die kommunalen Steuereinnahmen wären ohne die Industrie signifikant geringer, was weitreichende Folgen für die Region hätte.
Interessanterweise hat die Industrie in Osttirol eine höhere Umwegrentabilität als der Tourismus. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die Industrie mehr als doppelt so viele Lehrlinge ausbildet wie der Tourismussektor. Unternehmen wie Liebherr, Hella, iDM, Loacker und Durst sind nicht nur entscheidend für die lokale Wirtschaft, sondern tragen auch aktiv zur Ausbildung und Integration hochqualifizierter Arbeitskräfte bei.
Innovationen und Zukunftsperspektiven
Die angekündigte Förderung von Industriebetrieben in Osttirol, die günstigeren Strom und Unterstützung für Zukunftstechnologien umfasst, ist ein Schritt in die richtige Richtung, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Unternehmen wie Liebherr und iDM engagieren sich stark in Forschung und Entwicklung, was für die zukünftige wirtschaftliche Stabilität der Region von großer Bedeutung ist.
Die wirtschaftliche Struktur in Osttirol ist bemüht, eine Balance zwischen Industrie, Gewerbe, Handwerk und Tourismus zu wahren. Laut willkommenosttirol.at gibt es im Bezirk Lienz 3.219 Unternehmen, darunter 180 Unternehmensgründungen im Jahr 2023. Die klare Orientierung auf innovative Industriezweige ist essenziell, um die 20.451 unselbstständigen Beschäftigten zu unterstützen und die regionale Wertschöpfung zu erhöhen.
Die Industrie in Osttirol bietet Arbeitsplätze mit Perspektiven vor allem für die Jugend. Immer mehr Maturant:innen entscheiden sich hierfür, da es kaum noch geschlechtsspezifische Berufe gibt. Die Arbeitsmöglichkeiten reichen von Praktika über Weiterbildungen bis hin zu Lehrstellen und Studiengängen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Industrie als wichtigster Arbeitgeber in Osttirol agiert, mit einem Anteil von 26,8 % an der Gesamtbeschäftigung. Die 37 Industrieunternehmen tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Stabilität und Attraktivität der Region bei, während gleichzeitig die Ausbildung von Lehrlingen eine Schlüsselrolle spielt, um die künftigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu meistern, wie osttirol-heute.at berichtet.