Am 10. Februar 2026 erreicht das Theaterprojekt „Chancengleichheit“ der Lienzer Oberstufen mit einem feierlichen „Bergfest“ im Festsaal des Gymnasiums einen wichtigen Zwischenstand. Über 100 Schüler:innen der LLA Lienz sowie weiterer fünf Lienzer Schulen, der Lebenshilfe Lienz und der Musikschulen Sillian und Lienz haben sich seit November 2025 intensiv mit dem Thema Chancengleichheit auseinandergesetzt. Das Projekt verfolgt den Anspruch, soziale Gerechtigkeit und die Verteilung von Privilegien kritisch zu hinterfragen.

Die Vorbereitungen sind vielfältig und beinhalten die Entwicklung eines Skripts, die Planung des Bühnenbildes, die Organisation von Requisiten sowie Catering und Marketing. Die LLA hat bereits das Skript abgeschlossen, während Schüler:innen mithilfe von Workshops mit Theaterpädagogin Anna Lukasser-Weitlaner schauspielerisches Know-how erlernen. Die Workshops werden von Regionmanagement Osttirol (RMO) unter der Leitung von Mirjam Reith unterstützt.

Vielfältige Bildung und kreative Ausdrucksformen

Das Theaterprojekt ist nicht nur ein Bühnenstück, sondern auch eine Plattform für Diskussion und Reflexion. Dabei spielen die Workshops eine entscheidende Rolle. Ähnliche Bildungsangebote werden ebenfalls von der youngcaritas in Stuttgart angeboten. Diese richten sich an Schülergruppen der Klassenstufen 7 bis 9 und zielen darauf ab, Handlungskompetenzen zu entwickeln, um Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken. Ein solcher Workshop behandelt beispielsweise verschiedene Gerechtigkeitsformen, darunter Klimagerechtigkeit und Generationengerechtigkeit, und fördert so ein tieferes Verständnis für soziale Fragen.

Ein weiterer Bereich der youngcaritas Workshops befasst sich direkt mit den Themen Ausgrenzung und Teilhabe. Hier werden Schüler:innen in Rollenspielen verschiedene Lebensrealitäten nähergebracht, was nicht nur das Verständnis, sondern auch die sozialen Kompetenzen fördert. Diese Art des Engagements kann auch die Vorbereitungen für das Theaterprojekt ergänzen und die Themen noch greifbarer machen.

Globale Gerechtigkeitsfragen und künstlerische Auseinandersetzung

Das GRIPS Theater in Berlin bietet mit seinem Workshop-Format „Fair Play“ ebenfalls eine Plattform zum Austausch über Gerechtigkeitsfragen. Die Teilnehmer:innen können globale Themen wie Geschlechtergerechtigkeit und Klimagerechtigkeit auswählen und kreativ bearbeiten. Diese Workshops sind darauf ausgerichtet, Jugendliche zu ermutigen, ihre eigenen Stimmen zu finden und sich gegenseitig zu unterstützen. Sie fördern das respektvolle Anhören anderer Standpunkte und regen zur Auseinandersetzung mit eigenen Erfahrungen an.

Die Themen des GRIPS Theaters sind nicht nur der kreativen Betrachtung vorbehalten; sie fließen auch in die politische Lobbyarbeit ein, die sich für Rechte geflüchteter Jugendlicher einsetzt. Dies zeigt, wie wichtig es ist, Raum für junge Stimmen zu schaffen und den Dialog über soziale Gerechtigkeit zu fördern. Im Kontext des Lienzer Theaterprojekts verbinden sich diese Ansätze und tragen zur Entwicklung einer bewussteren Perspektive im Umgang mit sozialen Ungleichheiten bei.

Die Aufführungen des Theaterprojekts „Chancengleichheit“ sind für Ende Juni geplant und versprechen, die in den Workshops erarbeiteten Inhalte und Ideen auf die Bühne zu bringen. So wird das Projekt nicht nur zur künstlerischen, sondern auch zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit den dringlichen Fragen von Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit.