Das Bezirkskrankenhaus Lienz hat erfolgreich die Zertifizierung durch den TÜV Austria abgeschlossen und erhielt gleich zwei renommierte Zertifikate: ISO 9001:2015 und EN 15224. Diese Zertifizierungen bestätigen nicht nur die Einhaltung internationaler Standards für Qualitätsmanagementsysteme, sondern auch eine Spezialisierung im Gesundheitswesen, die auf klinisches Risikomanagement fokussiert ist. Die Diplome sind eine Bestätigung für die klare Strukturierung und Nachvollziehbarkeit der Krankenhausabläufe, sowie die kontinuierliche Verbesserung der Patientenversorgung.
Der Verwaltungsdirektor Georg Kollnig betont die Bedeutung dieser Auszeichnungen für die Bevölkerung in Osttirol und Oberkärnten. Neben der strukturellen Sicherstellung der Abläufe wird besonders der Fokus auf die Anforderungen an klinische Prozesse, Risikomanagement und Patientensicherheit hervorgehoben.
Qualitätsmanagement und Patientenversorgung
Die ISO 9001-Standardisierung ist als international anerkanntes System etabliert und gewährleistet transparente, sichere und effiziente Prozesse in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen. Laut quality.de zielt Qualitätsmanagement darauf ab, exzellente Patientenversorgung zu gewährleisten und Risiken zu minimieren. Die Norm legt Wert auf die Integration und Abstimmung zwischen verschiedenen Berufsgruppen und umfasst zahlreiche Aspekte wie Hygienestandards und Risikomanagement.
Die EN 15224 ergänzt diese Ansätze, indem sie ein systematisches Management klinischer Risiken für eine proaktive Fehlervermeidung propagiert. Wie TÜV erläutert, erlaubt diese Norm die Anpassung bestehender QM-Systeme an die spezifischen Anforderungen der Patientenversorgung, ohne dass eine vollständige Neuausrichtung notwendig ist. Dabei werden elf konkrete Qualitätsmerkmale definiert, die zur Messung des Behandlungserfolgs herangezogen werden.
Die elf Qualitätsmerkmale der EN 15224
- 1. Angemessene, richtige Versorgung
- 2. Verfügbarkeit
- 3. Kontinuität der Versorgung
- 4. Wirksamkeit
- 5. Effizienz
- 6. Gleichheit
- 7. Evidenzbasierte Versorgung
- 8. Patienteneinbeziehung
- 9. Patientensicherheit
- 10. Rechtzeitigkeit und Zugänglichkeit
- 11. Respekt und Achtung
Diese Merkmale bilden die Grundlage für die Entwicklung spezifischer Kennzahlen (KPIs), die zur Messung und Verbesserung der Behandlungsprozesse eingesetzt werden. Überdies wird das Risikomanagement als zentrales Element des Qualitätsmanagements hervorgehoben, welches eine Identifikation, Analyse und Bewältigung der Risiken umfasst.
Ärztlicher Direktor Hansjörg Marsoner unterstreicht die Verantwortung des Hauses für die medizinische Versorgung der Region und die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen medizinischen Berufsgruppen. Pflegedirektor Robert Hieden hebt die wesentliche Mitwirkung aller Angestellten hervor, die zum Erfolg der Zertifizierung beigetragen haben.
Insgesamt verdeutlicht die Zertifizierung des Bezirkskrankenhauses Lienz die Bedeutung von Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen, sowohl zur Verbesserung der Patientensicherheit als auch zur Steigerung der Effizienz der internen Prozesse. Die Initiative zeigt, wie durch systematische Analysen und strukturierte Abläufe nicht nur die Versorgungsqualität, sondern auch das Vertrauen der Patienten in die medizinische Einrichtung gestärkt werden kann.