Im Bezirk Lienz sind aktuell 751 Lehrlinge in dualer Ausbildung, was im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang darstellt. Dies berichtet Dolomitenstadt. Die Zahl der ausbildenden Unternehmen beläuft sich auf 267, ebenfalls ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren. Der Rückgang der Lehrlingszahlen wird auf die anhaltend schwierige wirtschaftliche Situation vieler Betriebe zurückgeführt.

Die Zahlen belegen eine negative Entwicklung in Tirol, wo die Anzahl der Lehrlinge gesunken ist. Im Jahr 2023 waren noch 821 Lehrlinge in Ausbildung, 2024 sind es bereits 782 und 2025 nahmen nur noch 751 Lehrlinge an der Ausbildung teil. Zudem ist auch die Zahl der Lehranfänger:innen gesunken.

Branchenüberblick

Die Ausbildungslandschaft in Tirol zeigt unterschiedliche Entwicklungen in den einzelnen Sektoren. Während in der Produktion und im Handel Rückgänge verzeichnet werden, konnten im Tourismus sowie im Bereich Banken und Versicherungen die Zahlen der Lehrlinge entweder gehalten oder sogar ausgebaut werden. Die wichtigste Ausbildungsbranche bleibt das Gewerbe und Handwerk mit insgesamt 4.898 Lehrlingen.

  • Industrie: 1.226 Lehrlinge
  • Handel: 1.104 Lehrlinge
  • Tourismus und Freizeitwirtschaft: 939 Lehrlinge
  • Bank und Versicherung: 127 Lehrlinge
  • Transport und Verkehr: 283 Lehrlinge
  • Information und Consulting: 176 Lehrlinge

Zusätzlich ist festzustellen, dass 871 Lehrlinge in nicht der Gewerbeordnung unterliegenden Betrieben, wie beispielsweise im Land Tirol, bei Kammern, Ärzten oder Rechtsanwälten, ausgebildet werden. Überbetriebliche Ausbildungszentren betreuen zudem 76 Lehrlinge.

Duales Ausbildungssystem

Das duale Ausbildungssystem, in dem Jugendliche praktische Ausbildung im Betrieb und theoretischen Unterricht in Berufsschulen kombinieren, spielt eine zentrale Rolle bei der Schaffung von Fachkräftenachwuchs. bpb.de berichtet, dass im Jahr 2022 knapp 470.000 neue Ausbildungsverträge in über 320 anerkannten Berufen abgeschlossen wurden, allerdings ein Rückgang von 14 % seit 2012 zu beobachten ist.

In Deutschland etwa zeigen Schaubilder zur Berufsausbildung grundlegende Strukturen und Entwicklungen des dualen Systems, welches häufig als Vorbild für andere Länder dient. Die gesetzlichen Grundlagen, wie das Berufsbildungsgesetz (BBiG), regeln, dass Auszubildende sowohl praktische als auch theoretische Komponenten ihrer Ausbildung integrieren, um den Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht zu werden bibb.de.

Die unterschiedlichen Ausbildungsberufe zeigen eine klare Geschlechterverteilung: Bei den weiblichen Auszubildenden dominieren medizinische und kaufmännische Berufe, während technische Berufe bei den männlichen Auszubildenden führend sind. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, auch in Zukunft gezielte Maßnahmen zur Förderung anwendungsorientierter und geschlechtergerechter Ausbildung zu ergreifen.