Tirol

Leerstand in Tirol: Weniger gemeldete Wohnungen als Leerstand vermuten lässt

Die Leerstandsabgabe in Tirol: Eine falsche Systematik und mögliche Lösungsansätze

Die offiziell gemeldeten leerstehenden Wohnungen in Innsbruck sind in geringer Anzahl vorhanden. Im vergangenen Jahr wurden 50 Leerstandserklärungen bei der Stadt eingereicht, während weitere 100 Fälle noch in Prüfung sind. Zusätzlich wurden 100 Fälle als Ausnahmen deklariert, die beispielsweise Eigenbedarf für eine Wohnung in naher Zukunft belegen können. Diese Zahlen stehen jedoch in deutlichem Kontrast zu Schätzungen und Hochrechnungen, die darauf hindeuten, dass etwa 7.000 Wohnungen in Innsbruck leer stehen könnten.

Nicht nur in Innsbruck, sondern auch in anderen Gemeinden Tirols scheint die Anzahl ungenutzter Wohnungen höher zu sein, als offiziell gemeldet. Berichten zufolge haben 120 von insgesamt 277 Gemeinden gar keinen Leerstand gemeldet. Laut Daten der Statistik Austria aus dem Herbst 2023 sind in Tirol 16 Prozent aller Wohnungen nicht als Wohnsitz gemeldet, was darauf hindeuten könnte, dass über 68.000 Wohnungen potenziell leer stehen.

Kritik an der Leerstandabgabe übten Teile der Opposition, insbesondere die Liste Fritz. Diese bezeichnete das bestehende System als fehlerhaft, da eine umfassende Leerstandserhebung fehle. Die Regierungsparteien wurden aufgefordert, die Systematik zu überdenken und Anreize für die Vermietung von Wohnraum zu schaffen.

Die ÖVP plant Nachbesserungen im Kontrollverfahren, um die Leerstandsabgabe effektiver zu gestalten. Ziel ist es, spekulative Leerstände zu verhindern und gleichzeitig berechtigte Ausnahmen zu berücksichtigen. Tirol war eines der ersten Bundesländer, das die Leerstandsabgabe eingeführt hat, und die jüngste Novelle ermöglicht nun höhere Abgaben, um den Wohnungsmarkt zu regulieren und mehr Wohnraum verfügbar zu machen.

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