Daniel Hemetsberger, der 34-jährige Skirennfahrer, stürzte am Donnerstag im zweiten Training für die Olympia-Abfahrt in Bormio. Der Athlet verlor nach einem leichten Sprung die Kontrolle über seine Ski, berührte eine Torstange und prallte gegen den Fangzaun. Trotz des dramatischen Vorfalls schaffte Hemetsberger es, selbst ins Ziel zu fahren und gab danach Entwarnung. Er äußerte, dass „was Gröberes nicht sein sollte“, obwohl er über leichte Kopfweh und eine Schwellung am Auge klagte, die seine Sicht beeinträchtigte. Hemetsberger berichtete außerdem, der Einschlag ins Tor sei für ihn „grauslich“ gewesen, und er verlor dabei seinen Helm, während der Airbag des Helms zum ersten Mal aufging. Dies lässt darauf schließen, dass die Sicherheitsmechanismen bei Hochgeschwindigkeitsunfällen eine entscheidende Rolle spielen können, insbesondere in einer Sportart, in der Verletzungen häufig sind.
Das Training wurde von Mattia Casse dominiert, der schnellster Fahrer war. Hemetsberger zeigte sich über seinen Sturz verärgert und zog einen Vergleich zu einem vorangegangenen Fehler im Kitzbühel. Neben Casse zählten Florian Schieder und Giovanni Franzoni, die die Plätze zwei und drei belegten, zu den besten im Training mit Zeitabständen von +0,45 Sekunden und +0,87 Sekunden. Hemetsberger landete jedoch nicht unter den Top-Platzierungen, während Stefan Babinsky, Vincent Kriechmayr und Raphael Haaser die Plätze elf bis dreizehn einnahmen.
Verletzungsrisiko im alpinen Skisport
Die Unfallanalyse 2023/2024 der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) zeigt einen alarmierenden Anstieg der Verletzungen im alpinen Skisport, der in den letzten Jahren nach der Pandemie zu verzeichnen ist. Schätzungen zufolge benötigten etwa 46.000 bis 48.000 Skifahrer*innen medizinische Behandlung, wobei rund 7.000 so schwere Verletzungen erlitten, dass eine stationäre Behandlung nötig war. Nahezu die Hälfte dieser Verletzten musste operiert werden.
Die häufigsten Verletzungen ereignen sich am Kniegelenk, gefolgt von Schulter- und Kopfverletzungen. Kollisionen, insbesondere mit Hindernissen oder anderen Personen, stellen einen erheblichen Teil der Unfälle dar. Die SIS fördert seit vielen Jahren die Erfassung von Unfallrisiken und präventive Maßnahmen im Wintersport, um die Sicherheit auf der Piste zu erhöhen.
Um das Verletzungsrisiko zu reduzieren, empfiehlt die SIS eine gute Vorbereitung, inklusive gewarteter Ski und geprüfter Helme. Präventive Maßnahmen und die Beachtung der FIS-Verhaltensregeln sind essenziell für die Sicherheit im Wintersport. Diese umfassen unter anderem Rücksichtnahme, angepasste Geschwindigkeit und Unterstützung bei Unfällen.
In Anbetracht der erschreckenden Statistiken aus der Unfallanalyse sowie der persönlichen Erfahrungen von Hemetsberger wird deutlich, wie wichtig Sicherheitsvorkehrungen und Präventionsmaßnahmen im Skisport sind. Der Zwischenfall des Athleten verdeutlicht einmal mehr, dass die Risiken in dieser Sportart ernst genommen werden müssen.
Für weitere Informationen zu Hemetsbergers Sturz und den Hintergründen besuchten Sie die Artikel von Vienna.at und Bild.de. Informationen zur Sicherheit im Skisport finden Sie auf der Seite Sicherheit.Sport.