Der österreichische Skiverband (ÖSV) steht nach der historischen Niederlage bei der Abfahrt in Kitzbühel unter immensem Druck. Alpinchef Christian Mitter kündigte als Reaktion auf das vermessene Ergebnis an, dass die Situation analysiert und weiter an der Leistungsfähigkeit gearbeitet werden müsse. Zum ersten Mal in der Weltcup-Geschichte verpassten alle österreichischen Teilnehmer die Top Ten in einer Streif-Abfahrt. Diese Tatsache sorgt für große Besorgnis und Herausforderungen innerhalb des Österreichischen Ski-Teams, das in den letzten 700 Tagen lediglich einen Podestplatz in der Abfahrt erreichen konnte. Mitter betonte, dass man die aktuelle Lage abgehakt werden müsse, um für die Zukunft zu planen und zu lernen, wie laola1.at berichtet.
Der Athlet Vincent Kriechmayr, der die Abfahrt als 13. beendete, äußerte sich ebenfalls zu der misslichen Lage und wies darauf hin, dass er defensiv gefahren sei. Kriechmayr appellierte an die Fans, keinen Alarmismus zu verbreiten, und kündigte an, die bevorstehende Olympia-Generalprobe in Crans-Montana auszulassen, um sich verstärkt auf das Training zu konzentrieren. Gleiches gilt für seine Teamkollegen Daniel Hemetsberger und Raphael Haaser, die ebenfalls auf die Rennen in der Schweiz verzichten möchten. Verbandspräsidentin Roswitha Stadlober stellte klar, dass nicht der Anspruch des ÖSV sein könne, unter den Top Ten zu sein.
Kritik und Forderungen
Die Situation hat auch Fachleute auf den Plan gerufen. Hans Knauß, ORF-Experte, äußerte sich kritisch zur aktuellen Krise des ÖSV. In fünf Abfahrten konnten die ÖSV-Abfahrer kein Podest erreichen, was Knauß als Albtraum bezeichnete. Er forderte eine zeitgemäße Ausbildung und bessere Trainingsbedingungen für den Nachwuchs, um den Abfahrern die notwendige Erfahrung und Kilometer zu ermöglichen. Dabei sprach er sich für die Einrichtung permanenter Pisten für Rennen und Trainings aus und erinnerte an einstilige Rekorde bei FIS-Abfahrten, die in der heutigen Zeit kaum noch zu beobachten sind. „Die Konkurrenz innerhalb der Mannschaft hat gefehlt“, so Knauß, der als ehemaliger erfolgreicher Skifahrer an seine glorreichen Zeiten zurückblickte.
Der Schulterschluss zwischen dem ÖSV und dem Arbeitersportverband (ASVÖ) zeigt sich auch in einem neuen Förderprojekt für den alpinen Nachwuchssport. Im Rahmen dieses Projekts 2030 sollen 44 Trainingsgemeinschaften mit rund 164 Vereinen und über 1.900 jungen Sportlerinnen und Sportlern unterstützt werden. Die Initiative zielt darauf ab, nachhaltige Strukturen im alpinen Skisport zu schaffen und die Unterstützung junger Talente sicherzustellen. Das Projekt erhält erhebliche finanzielle Mittel für die Deckung von Trainerhonoraren sowie für Trainings- und Wettkampfmaßnahmen, was als wesentlicher Schritt zur Verbesserung der Talentsituation angesehen wird, wie auf asvoe.at zu lesen ist.
Insgesamt steht die ÖSV-Familie an einem Wendepunkt, an dem sowohl die Analyse der gegenwärtigen Leistung als auch die langfristige Förderung der Jugend entscheidend sein werden. Die kommenden Monate werden eine Herausforderung, jedoch auch eine Chance, die die Richtung für den österreichischen Skisport in der Zukunft weisen könnte. Angesichts der klaren Strategien und finanziellen Unterstützung im Rahmen des neuen Projekts, müssen jetzt vor allem die Abläufe innerhalb des Verbandes und der Mannschaft optimiert werden, um das Vertrauen der Fans und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen.