ChronikTirol

Gemeinsame Verantwortung: EU und Alpenstaaten müssen nachhaltiges Verkehrsmanagement im Alpentransit umsetzen

Der Streit um die Alpentransitroute über den Brennerpass steht symbolisch für das mangelnde Verkehrsmanagement in Europa. Der Vorsitzende von CIPRA Österreich, Stephan Tischler, verurteilt die Klage Italiens und fordert die EU und die Alpenstaaten auf, gemeinsam an einem nachhaltigen Verkehrsmanagement zu arbeiten. Laut Tischler ist eine Lösung ohne Verbesserung des kombinierten Verkehrs und Verlagerung von der Straße auf die Schiene nicht möglich.

Die Klage von Italiens Verkehrsminister Salvini basiert auf der Annahme, dass die Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt den freien Warenverkehr beeinträchtigen. Paul Kuncio, Geschäftsführer von CIPRA Österreich, sieht darin ein mangelndes Interesse an einer Lösung und eine Priorisierung wirtschaftlicher Interessen über Umwelt- und Bevölkerungsinteressen.

Die vorhandene Infrastruktur stößt an ihre Grenzen, wenn es um den Schutz der Bevölkerung und der Natur geht. Um eine optimale Auslastung zu fördern, müssen umweltfreundlichere Verkehrsmittel wie die Schiene gefördert werden und externe Kosten wie Infrastrukturschäden, Luft- und Lärmbelästigung sowie gesundheitliche Beeinträchtigungen berücksichtigt werden. Dies sind Verpflichtungen, denen sich die Alpenstaaten und die EU durch die Ratifizierung des Verkehrsprotokolls der Alpenkonvention angeschlossen haben.

Die Politik hat erkannt, dass klima- und umweltschonender Güterverkehr auf EU-Ebene gefördert werden muss. Bei der Novelle der EU-Wegekostenrichtlinie wurden jedoch die externen Kosten nicht ausreichend berücksichtigt. Ein 50-prozentiger Mautaufschlag kann nur mit der Zustimmung der Nachbarländer Deutschland und Italien erfolgen. Stephan Tischler fordert daher eine Harmonisierung des Schienenverkehrs und verstärkte Förderung der Verkehrsverlagerung.

Der Vorschlag der Landeshauptleute von Bayern, Tirol und Südtirol für ein Slot-System zur nachhaltigen Kapazitätsverwaltung ist ein erster Schritt. Die Verkehrsminister der Alpenstaaten sind in Zusammenarbeit mit der EU gefordert, langfristige Lösungen zu finden. Tischler warnt jedoch vor einer steigenden Verkehrsbelastung und betont den Schutz von Menschen und Natur vor Lärm und Emissionen.

Insgesamt besteht die Forderung an die EU und die Alpenstaaten, gemeinsam an einem nachhaltigen Verkehrsmanagement zu arbeiten, bei dem Verkehrsverlagerung auf die Schiene und Berücksichtigung externer Kosten im Vordergrund stehen.

Um den Beitrag zu ergänzen, könnte eine Tabelle mit statistischen Daten zur Alpentranistitverkehr und zur Belastung der Straßen und Schieneninfrastruktur in der betreffenden Region hilfreich sein. Zusätzlich könnten historische Daten über die Entwicklung des Verkehrsmanagements in den Alpen, wie zum Beispiel den Bau von Transitrouten oder die Einführung von Verkehrsbeschränkungen, hinzugefügt werden.



Quelle: CIPRA Österreich / ots

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