Die Filmförderung spielt eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung verschiedener Regionen, insbesondere in Tirol. Eine neue Studie mit dem Titel „Wirtschaftliche Effekte der Filmförderung in Tirol 2021–2024“, die von paul und collegen consulting im Auftrag der Wirtschaftskammer Tirol erstellt wurde, zeigt die beträchtlichen positiven Auswirkungen der geförderten Filmproduktionen auf die Region. Laut der Analyse tätigten diese Produktionen direkte Ausgaben von rund 19,5 Millionen Euro, was eine Bruttowertschöpfung von über 6,5 Millionen Euro nach sich zog. Darüber hinaus ergibt sich ein wirtschaftlicher Mehrwert von etwa 9,6 Millionen Euro, wenn man auch die indirekten Effekte berücksichtigt. Dies bedeutet, dass jeder in die Filmförderung investierte Euro mindestens drei Euro Wertschöpfung für Tirol generiert.
Darüber hinaus werden durch die geförderten Filmprojekte etwa 132 Jahresarbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen. Besonders Dienstleister, Technikunternehmen, Logistik, Beherbergung und Gastronomie profitieren von der erhöhten Nachfrage. Tirol hat zudem von Bundesförderprogrammen wie FISAplus und ÖFIplus profitiert, was zu einer steigenden Anzahl an Filmprojekten in den Jahren 2023 und 2024 führte. Allerdings könnten Kürzungen dieser Förderlinien im Jahr 2025 die Zahl der Produktionen reduzieren, was Anlass zur Sorge gibt.
Die Bedeutung von Filmförderung für den Standort
Die Studie gibt auch Empfehlungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Tiroler Filmförderung. Dazu zählt der Ausbau der Produktionsinfrastruktur und die gezielte Ansiedlung filmnaher Dienstleister. Eine starke Filmwirtschaft hat nicht nur wirtschaftliche Auswirkungen, sondern auch eine strategische Bedeutung für die Außenwahrnehmung Tirols und steigert die Attraktivität der Region insgesamt.
Dieser Trend zur Stärkung der Filmförderung ist nicht auf Tirol beschränkt. Im Deutschen Bundestag wurde kürzlich die Novelle des Filmförderungsgesetzes beschlossen, die von den Stimmen von SPD, Grünen und FDP getragen wird. Die Bundesregierung plant, die bestehende Filmförderung auch im Jahr 2025 fortzusetzen. Die Förderquote der wirtschaftlichen Filmförderung durch den Deutschen Filmförderungsfonds (DFFF) und den German Motion Picture Fund (GMPF) wird dafür auf 30 Prozent der deutschen Herstellungskosten angehoben.
Die Bundesregierung beschreibt Deutschland als Standort für Kreativität und Kultur mit internationaler Strahlkraft, steht jedoch unter Druck im internationalen Wettbewerb. Um dem entgegenzuwirken, wurden umfassende Reformen erarbeitet, die unter anderem Bürokratie abbauen und die kreative Selbstverantwortung der Filmemacher stärken. Um die Reformen fortzusetzen, werden der Bund und die Länder in einer Arbeitsgruppe zusammenarbeiten, um die Filmförderung weiter zu optimieren.
Insgesamt zeigt sich, dass eine solide und gut unterstützte Filmförderung nicht nur für die Kultur, sondern auch für die wirtschaftliche Stabilität und das Wachstum von Regionen von großer Bedeutung ist. Laut Krone wird die Tiroler Filmförderung weiterhin große Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft haben, während MeinBezirk die möglichen Herausforderungen und Chancen für die Zukunft skizziert. Auch das Bundesfinanzministerium hebt die Notwendigkeit eines soliden Rahmens für die Filmbranche hervor, um kreatives Potenzial nachhaltig zu fördern und langfristig zu sichern.