Der Direktbus zwischen Lienz und Innsbruck, der als „Erfolgsmodell“ beworben wird, steht in der Kritik. Immer mehr Fahrgäste äußern Unzufriedenheit über die unzuverlässige Verbindung, die häufig von Verspätungen und nachlässigem Service geprägt ist. Laut einem Bericht von Dolomitenstadt beklagen sich Fahrgäste über Verspätungen, die regelmäßig über eine Stunde hinausgehen. Zwar könnte die Fahrtzeit von Lienz nach Innsbruck grundsätzlich rund drei Stunden betragen, doch Staus und andere Verkehrshindernisse verlängern häufig die Reise.
Ein besonderes Ärgernis war ein Vorfall am 12. Oktober, als Fahrgäste an einer Haltestelle zurückgelassen wurden, weil der Bus zu früh abfuhr und die nachfolgenden Busse nicht hielten. Solche Vorfälle sorgten bereits für zahlreiche Beschwerden. So kam der Bus am 8. Oktober mit einer Verspätung von 35 Minuten an. Dies geschah nicht zum ersten Mal, wie zahlreiche Berichte zeigen. Zusätzlich gab es am 6. Oktober einen Vorfall, bei dem ein Passagier seinen Koffer im Bus vergaß. Der Fahrer weigerte sich, zu helfen, was den Unmut der Fahrgäste weiter steigerte.
Forderungen und Vorschläge zur Verbesserung
Eine Reihe von wichtigen Forderungen wird laut Liste Fritz laut. Dazu gehören unter anderem eine unabhängige Überprüfung des Betriebs durch das Land Tirol und den Verkehrsverbund Tirol (VVT), sowie verbindliche Qualitätsstandards für Pünktlichkeit und Sicherheit. Der Bezirkssprecher der Liste Fritz, Günther Hatz, kritisiert die unzureichenden Bedingungen, die vor allem Pendler betreffen. Er betont, dass viele Fahrgäste aufgrund von Staus und Baustellen auf der Brennerstrecke häufig mehrere Stunden im Bus verbringen müssen.
Ein konkretes Anliegen ist die Bereitstellung eines Ersatzbusses mit Toilette, da der derzeitige, defekte Bus in dieser Hinsicht unzureichend ausgestattet ist. Markus Sint, Klubobmann der Liste Fritz, fordert zudem die Wiedereinführung eines Direktzugs zwischen Lienz und Innsbruck, der besonders in den Morgen- und Abendstunden von Bedeutung sein könnte. Er weist darauf hin, dass der Lienzer Bahnhof vor kurzem mit 25 Millionen Euro umgebaut wurde, jedoch keine Verbesserung der Anbindung nach Nordtirol erfolgt sei.
Zusammenfassung der Probleme
Zusammengefasst lassen sich die Hauptprobleme, die die Fahrgäste im Zusammenhang mit dem Direktbus zwischen Lienz und Innsbruck schildern, wie folgt darstellen:
- Unzuverlässigkeit und häufige Verspätungen
- Fahrgäste wurden zurückgelassen
- Gepäckverlust und unfreundliches Personal
- Sicherheitsmängel bei den Bussen
- Unkoordinierte Ersatzfahrten
- Fehlende Abstimmung zwischen Bahn und Bus
Die anhaltenden Beschwerden haben die Politik und Verantwortlichen der Verkehrsbetriebe auf den Plan gerufen. Um die Situation zu verbessert, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verkehrsanbietern notwendig. Dies könnte dazu beitragen, dass die Osttiroler nicht weiterhin unter den bestehenden Missständen leiden müssen.
Im Rahmen dieser Diskussion erwähnt der VVT, der 1995 gegründet wurde und mittlerweile sein Angebot im Nahverkehr um 60 Prozent erweitert hat, dass die Einrichtung eines modernen, transparenteren Beschwerdesystems vonnöten sei, um derartigen Problemen zukünftig entgegenzuwirken. Für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs stehen mittlerweile auch verschiedene Ticketarten zur Verfügung, die an zahlreichen Stellen erworben werden können, wie z.B. an Ticketautomaten oder Bahnhöfen, was die Zugänglichkeit verbessert.