Die Wohnsituation in Tirol zeigt aktuelle Entwicklungen, die sowohl Herausforderungen als auch Stabilität verdeutlichen. In einem Jahr, das für den gewerblichen Wohnbau in ganz Österreich als Krisenjahr eingestuft wird, haben die gemeinnützigen Bauträger in Tirol beachtliche Fortschritte erzielt. Im Jahr 2025 wurden 1.170 neue Wohneinheiten von gemeinnützigen Wohnbauträgern fertiggestellt, was zwar einen Rückgang gegenüber den 1.551 Einheiten des Vorjahres darstellt, aber immer noch über dem langjährigen Durchschnitt liegt, wie Dolomitenstadt berichtet.

Österreich erlebte im vergangenen Jahr den Bau von weniger als 30.000 neuen Wohneinheiten, einem historischen Tiefpunkt seit Jahren. Dieser beträchtliche Rückgang zeigt sich auch im gemeinnützigen Sektor, wo viele Regionen, insbesondere im Osten des Landes, einen dramatischen Einbruch erlitten haben. Doch Tirol hebt sich nach Angaben des neuen Obmanns der Gemeinnützigen Bauvereinigungen Tirols (GBV), Edgar Gmeiner, aufgrund stabiler Rahmenbedingungen in der Wohnbauförderung positiv ab.

Stabilisierende Wohnbauförderung

Für die kommenden zwei Jahre sind im Tiroler Wohnbausektor jährlich 360 Millionen Euro für die Förderung von leistbarem Wohnraum eingeplant. Diese finanzielle Unterstützung wird als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben, der es den gemeinnützigen Bauvereinigungen ermöglicht, auch in schwierigen Zeiten Projekte durchzuführen und den Mietmarkt positiv zu beeinflussen. Nach Angaben von Top Tirol stammt jede zweite Neubauwohnung in Tirol von diesen gemeinnützigen Bauträgern.

Ein weiteres bedeutendes Ergebnis dieser Anstrengungen ist, dass die Mieten bei gemeinnützigen Bauvorhaben in Tirol im Durchschnitt 33 Prozent günstiger sind als im privaten Sektor. Diese Ersparnis wird über die unterdurchschnittliche Qualität der Wohnungen im Österreichvergleich erklärt. Um den Herausforderungen der Wohnraumnot zu begegnen, wird auch die Sanierung bestehender Gebäude immer wichtiger. Ein Fokus liegt dabei auf der Anpassung an heutige Wohnbedürfnisse sowie der Dekarbonisierung von Heizungsanlagen.

Forderungen für die Zukunft

Trotz der positiven Entwicklungen gibt es auch konkrete Forderungen an die Politik. Die Obmänner Gmeiner und Zlotek setzen sich dafür ein, dass kleinere Wohnanlagen bei der Förderung mehr Unterstützung erhalten. Außerdem wird eine unbefristete Verlängerung der Gebührenbefreiung beim Eigentumserwerb bis 500.000 Euro bis nach Juni 2026 gefordert, um den Tirolern den Zugang zu leistbarem Eigentum zu erleichtern.

Insgesamt verwalten die gemeinnützigen Bauvereinigungen aktuell etwa 72.000 Wohnungen und verfügen über ein jährliches Bauvolumen von 410 Millionen Euro. Für das Jahr 2026 sind 1.230 neue Wohneinheiten geplant, was Wohnraum für rund 3.000 Personen schaffen soll. Dies zeigt deutlich, dass die gemeinnützigen Bauträger trotz der allgemeinen Krise im Wohnungsbau in Tirol eine wichtige Rolle spielen und bemüht sind, den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden.

Weitere Informationen können auf der Website der GBV eingesehen werden.