In Tirol wird es für angehende Medizinstudenten neue Möglichkeiten geben, um Studienplätze zu sichern. Ab dem Studienjahr 2024/25 können sich Interessierte beim Land Tirol um gewidmete Studienplätze bewerben, insbesondere um den drohenden Ärztemangel in der Region zu bekämpfen. Dies berichtet Dolomitenstadt.
Um für einen dieser Plätze in Betracht gezogen zu werden, müssen die Bewerber den MedAT, den Aufnahmetest für das Medizinstudium, bestehen. Voraussetzungen sind zudem, dass sich die Bewerber:innen unter den besten 25 Prozent des Tests platzieren. Für das Studienjahr 2026/27 wird es erneut fünf gewidmete Studienplätze an der Medizinischen Universität Innsbruck geben, die an die leistungsstärksten Bewerber:innen innerhalb der Gruppe der besten 25 Prozent vergeben werden, die keinen regulären Platz erhalten haben.
Details zu den gewidmeten Studienplätzen
Die Trägerorganisationen, zu denen die Österreichische Gesundheitskasse und das Innenministerium gehören, bieten eine monatliche Ausbildungsvergütung von mindestens 1.000 Euro netto während des Studiums an. Zudem wurde die Verpflichtung angepasst: Während früher eine Five-Jahre-Tätigkeit als Amtsärzt:innen erforderlich war, können neue Bewerber:innen nun auch eine Facharztausbildung in Psychiatrie oder am BKH Lienz absolvieren, jedoch bleibt die Verpflichtung, mindestens fünf Jahre in der gewählten Facharztrichtung tätig zu sein.
Die Bewerbungsfrist endet am 30. April und die MedAT-Anmeldung muss bis 31. März erfolgen. Für die Auswahl der geeigneten Kandidat:innen sind ein Lebenslauf, ein Motivationsschreiben sowie die Bestätigung der MedAT-Zahlung erforderlich. Im Kontext des zunehmenden Ärztemangels ist dieses Angebot von großer Bedeutung.
Ärztemangel und medizinstudienplatzmangel
Der wachsende Ärztemangel in Tirol ist ein kritisches Thema und wird durch eine umfassende Analyse des Ärzteblatts verdeutlicht. Der Bericht zeigt, dass es in Deutschland und Österreich insgesamt zu wenig Medizinstudienplätze gibt, um den Bedarf an Ärzten langfrisitg zu decken. Im Wintersemester 2024/25 erhielten rund 10.000 Erstsemester einen Medizinstudienplatz, während etwa 20.000 Bewerbende leer ausgingen.
Bundesländer mit mehr Medizinstudienplätzen profitieren oft von einer besseren ärztlichen Versorgung. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise steht mit 2.334 Erstsemestern die größte Anzahl an Medizinstudienplätzen zur Verfügung. Während in einigen Regionen wie Brandenburg und Bremen derzeit kein staatliches Studienangebot für Medizinstudierende existiert, wird die Medizinische Universität Lausitz in Brandenburg im Wintersemester 2026/27 starten.
Die positive Entwicklung in einigen Bundesländern steht jedoch im Kontrast zu den hohen Kosten für medizinische Fakultäten, die als Hauptgrund für die Unterschiede in der Verfügbarkeit von Studienplätzen angesehen werden. Diese Herausforderung zeigt, wie wichtig es ist, die Anzahl der Medizinstudienplätze zu erhöhen, um den Fachkräftemangel langfristig zu bekämpfen.






