Österreich

Terrorverdächtige im Gericht: Wirre Sprachnachrichten und lebenslange Strafen

Die rätselhafte Welt des Wiener Jihadisten Lorenz K. und seine geheimnisvollen Nachrichten

Der verurteilte IS-Terrorist Lorenz K. soll während seiner Haft versucht haben, einen Anschlag anzustiften, so die Vorwürfe, die am zweiten Prozesstag am Wiener Straflandesgericht verhandelt wurden. Die Geräuschkulisse im Gerichtssaal wurde aber durch Bauarbeiten gestört, was das Verständnis erschwerte. Lorenz K. wird beschuldigt, von seiner Zelle aus mithilfe eines illegalen Smartphones einen unbekannten Verdächtigen zu einem Selbstmordattentat ermutigt zu haben.

Ein weiterer Angeklagter, ein 33-jähriger Mann, dem Lorenz K. ein Video über das Töten von Ungläubigen weitergeleitet haben soll, sieht sich einer möglichen Verlängerung seiner Haftstrafe wegen versuchten Raubmordes um zehn Jahre gegenüber. Im Fokus des Prozesses steht die Frage, ob die beiden inhaftierten Männer als radikalislamistisch einzustufen sind, wobei ein Zeuge aus einer Justizanstalt in Graz dies bestätigte.

Besonders interessant ist die ungewöhnliche Freundschaft zwischen Lorenz K. und Abdelkarim Abu H., dem einzigen österreichischen Hamas-Terroristen mit einer lebenslangen Haftstrafe. Die beiden hatten trotz unterschiedlicher terroristischer Zugehörigkeiten Kontakt und kommunizierten über illegale Handys im Gefängnis. Wirre Sprachnachrichten zwischen den beiden sorgen für Verwirrung im Gerichtssaal und werden vom Gerichtsdolmetscher entschlüsselt.

Des Weiteren wird ein Zeuge, Joel Ebrahimi P., der von Lorenz K. aufgefordert wurde, als Märtyrer zu sterben, nicht vor Gericht erscheinen. Die Richterin vertagt den Prozess aufgrund der fehlenden Zeugenaussage und der schwierigen Verständigung durch die Lärmkulisse der Bauarbeiten. Der dritte Prozesstag wird auf den 31. Juli verschoben, in der Hoffnung auf bessere akustische Bedingungen für eine ordnungsgemäße Verhandlung.

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