Temu, eine aufstrebende Online-Handelsplattform, wurde kürzlich vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) aufgrund von Verstößen gegen den Digital Services Act (DSA) verklagt. In einem gerichtlichen Vergleich, der am 20. März 2026 abgeschlossen wurde, bevor es zu einem Urteil kam, wurden wichtige Änderungen für die Nutzer von Temu festgelegt. 5min.at berichtet, dass …
Ein zentraler Punkt des Vergleichs ist die zwingende Verpflichtung von Temu, transparenter über seine Empfehlungssysteme zu informieren. Nutzer sollen künftig in klarer und verständlicher Sprache darüber informiert werden, wie sie die vorgeschlagenen Inhalte beeinflussen können. Diese Informationen müssen direkt von der Suchergebnisseite aus erreichbar sein und dürfen nicht im Kleingedruckten versteckt werden, wie der VKI ausdrücklich fordert.
Rechte der Nutzer und Kinderschutz
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Vergleichs ist das Recht der Kunden, sich von allen personalisierten Empfehlungen abzumelden. Dadurch wird den Nutzern mehr Kontrolle über ihre individuellen Einkaufserlebnisse gegeben. Darüber hinaus plant Temu, Altersverifikationen einzuführen, um den Schutz von Minderjährigen zu gewährleisten. Für den Erwerb gefährlicher Artikel wie Messern und Erotikartikeln werden ebenfalls kontrollierende Maßnahmen eingeführt.
Der Vergleich wird als bedeutender Fortschritt für den Verbraucherschutz angesehen. Er deckt alle in der Klage angesprochenen Kritikpunkte ab und ist von beiden Seiten nicht mehr anfechtbar. Dies zeigt, wie ernst die Thematik des Verbraucherschutzes im digitalen Raum genommen wird.
Rechtliche Entwicklungen im E-Commerce
Der Fall von Temu ist Teil eines größeren Trends in der E-Commerce-Rechtslandschaft, die sich dynamisch entwickelt und immer strikter wird. So wird das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das die europäische Barrierefreiheitsrichtlinie umsetzt, am 28. Juni 2025 in Kraft treten. Unternehmen sind dann verpflichtet, ihre Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten, insbesondere in Online-Shops.
Darüber hinaus haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für Preisangaben verändert. Seit Mai 2022 gilt eine aktualisierte Preisangabenverordnung, die sicherstellt, dass Streichpreise den niedrigsten Preis der letzten 30 Tage widerspiegeln. Zukünftige Entscheidungen, wie die des Bundesgerichtshofs (BGH) am 9. Oktober 2025 zur Zulässigkeit von Rabattpreisgestaltungen, könnten weitreichende Auswirkungen auf den E-Commerce haben, wie die Analyse von Taylor Wessing zeigt.
Zusätzlich ist ein Digital Fairness Act in Planung, der darauf abzielt, unlautere Geschäftspraktiken im digitalen Raum zu bekämpfen. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die Regulierung des E-Commerce weiterhin schärfer wird, um den Verbraucherschutz zu verstärken und das Vertrauen der Nutzer in Online-Plattformen zu erhöhen.



