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Jugendliche in Österreich und Deutschland verbringen täglich Stunden in sozialen Medien, und während sie faszinierende Inhalte entdecken, stoßen sie auch auf Falschinformationen, die gezielt verbreitet werden. Aus diesem Grund sucht das Teen Fact-Checking Network (TFCN) engagierte Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren, um aktiv gegen Desinformation vorzugehen. Teresa Dapp, Leiterin der Faktencheck-Redaktion bei dpa, hebt hervor: "Die hohe Motivation und das Engagement der Jugendlichen sind beeindruckend." In Workshops lernen die Teilnehmer von erfahrenen Journalisten, wie sie Faktenchecks durchführen und eigene Faktencheck-Videos für soziale Medien erstellen können. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 16. März 2025, und interessierte Jugendliche können sich über die Teilnahmebedingungen hier informieren: ots.at.
Die Rolle der sozialen Medien
Soziale Medien sind für Jugendliche von zentraler Bedeutung. Laut der aktuellen JIM-Studie nutzen bereits 95 Prozent der 14- bis 15-Jährigen täglich das Internet, wobei Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube besonders populär sind. Doch soziale Medien sind nicht nur ein Ort des Austauschs, sie üben auch erheblichen Druck auf Jugendliche aus, da sie häufig Herausforderungen und Mutproben vorstellen, die potenziell gefährlich sind. Die Studie legt offen, dass sich neun Prozent der 9- bis 16-Jährigen online zu riskantem Verhalten anregen lassen, was zeigt, wie stark diese Plattformen die Identitätsfindung und soziale Interaktionen der Jugendlichen prägen. Experten betonen die Notwendigkeit von digitaler Bildung, um Jugendliche vor diesen Gefahren zu schützen und ihnen zu helfen, kritischer mit Inhalten umzugehen, so bpb.de.
Das Zusammenspiel zwischen sozialen Medien und der Identitätsbildung von Jugendlichen ist komplex. Plattformen ermutigen Nutzer, Inhalte zu erstellen, was zu einem Wettbewerb um Aufmerksamkeit führt. Mechanismen wie Likes und Kommentare verstärken dieses Verhalten und führen zu einem Zustand permanenter "Performance". Dabei können gesundheitsgefährdende Inhalte, wie Mutproben, unbemerkt in die digitale Lebenswelt eindringen. Studien belegen, dass vor allem junge Menschen gefährdete Verhaltensweisen online nachahmen. In diesem Zusammenhang ist die Förderung von Medienkompetenz nicht nur eine individuelle Aufgabe, sondern eine kollektive Herausforderung, die Jugendliche, Eltern und Schulen gleichermaßen betrifft.
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