Am 21. Februar 2026 hat der US-Supreme-Court eine wichtige Entscheidung getroffen: Viele von US-Präsident Donald Trump verhängte Zölle wurden für unrechtmäßig erklärt. Diese Entscheidung könnte erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft haben, da Unternehmen nun in der Lage sind, bereits gezahlte Abgaben in Milliardenhöhe zurückzufordern. Vienna.at berichtet, dass Wirtschaftsexperten Chaos bei den zahlreichen Rückforderungen befürchten. Laut der University of Pennsylvania könnte dieser Prozess den US-Staatshaushalt mit etwa 175 Milliarden US-Dollar belasten.

Supreme-Court-Richter Brett Kavanaugh hat bereits vor den großen Schwierigkeiten gewarnt, die mit der Rückerstattung verbunden sind, und bezeichnet die Rückforderungen als chaotisch. Bernd Lange, der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, sieht jedoch auch Chancen auf die Rückzahlung unrechtmäßig erhobener Zölle. Zuständig für die Rückforderungen könnte wahrscheinlich das Handelsgericht in New York, das Court of International Trade, sein.

Massive Rückforderungen und deren Auswirkungen

Die Aussicht auf Rückerstattungen hat das Potenzial, Hunderttausende von Anträgen auszulösen. Zölle, die in der Regel von den Importeuren gezahlt werden, haben bereits großen US-Einzelhändlern wie Amazon und Walmart sowie Autobauern wie General Motors und Ford zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe verursacht. Diese Unternehmen könnten in der Zwickmühle stecken, da sie möglicherweise von ihren Kunden auf Rückerstattung verklagt werden, wenn sie die Zölle an diese weitergegeben haben.

Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass Hedgefonds und Broker sich an den Rückforderungen beteiligen, indem sie Ansprüche von Unternehmen kaufen. Unternehmen, die nicht über die Ressourcen verfügen, um ihre Ansprüche geltend zu machen, könnten diese an Hedgefonds verkaufen. Diese fordern jedoch oft einen hohen Abschlag von mehr als 30 Prozent.

Bedeutung von Zöllen im internationalen Handel

Die Entscheidung des Supreme Courts und die damit verbundenen Rückforderungen werfen ein Schlaglicht auf die Rolle von Zöllen im internationalen Handel. Wie das Bundeswirtschaftsministerium erklärt, sind Zölle ein Instrument der Handelspolitik, das historisch zur Sicherung strategischer Industrien eingesetzt wurde. Zölle wurden von vielen Ländern weltweit weitgehend abgebaut oder stark reduziert, da sie Kosten für Wirtschaft und Verbraucher verursachen.

Die deutsche und die US-Wirtschaft sind eng verknüpft, und eine politische Einigung zwischen der EU und den USA, die im Juli 2025 erzielt wurde, verhinderte eine Eskalation der Handelskonflikte. Zollerhöhungen können jedoch die Wirtschaft belasten und die Preise erhöhen, was insbesondere mittelständische Unternehmen ohne US-Standorte trifft. Der Meistbegünstigungsgrundsatz, der gleichmäßige Zölle für alle WTO-Mitgliedsstaaten vorsieht, bleibt eine zentrale Regel des internationalen Handels.

Insgesamt steht die Weltwirtschaft nun vor der Herausforderung, mit den Konsequenzen dieser gerichtlichen Entscheidung umzugehen und die Handelsbeziehungen zwischen den USA und anderen Ländern neu zu justieren.