In Crans-Montana bleibt die Aufarbeitung der verheerenden Brandkatastrophe in der Neujahrsnacht 2026 im Fokus. Ein Strafverfahren gegen einen ehemaligen Sicherheitsbeauftragten der Gemeinde wurde eröffnet. Dies wurde durch den Anwalt des Betroffenen bestätigt, während die Staatsanwaltschaft noch keine weiteren Details veröffentlichen möchte. Unter den Beschuldigten sind auch Jacques und Jessica Moretti, Betreiber der Bar „Le Constellation“, die an jenem Nacht tragischerweise mit 40 Todesopfern konfrontiert waren. Die Ermittlungen beziehen sich auf die Vorwürfe der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung, da die Einhaltung der Brandschutzvorschriften in der Bar aktuell überprüft wird.
Die Gemeinde hat fünf Tage nach der Katastrophe eingeräumt, dass seit 2019 keine jährlichen Brandschutzkontrollen mehr durchgeführt worden sind. Gemeindepräsident Nicolas Féraud bezeichnete die Gründe für dieses Versäumnis als unerklärlich und hat entsprechende Unterlagen an die Generalstaatsanwaltschaft übergeben. In einer ersten Reaktion stellte er klar, dass die Gemeinde als Zivilklägerin im Strafverfahren auftritt und somit die Interessen der betroffenen Familien unterstützt.
Ermittlungen und Vorwürfe
Die Brandursache wird ebenfalls intensiv untersucht. Laut Informationen sind Wunderkerzen, die an Champagnerflaschen entzündet wurden, als Auslöser für die feuersichere Deckendämmung identifiziert worden. Sicherheitsvorsteher Stéphane Ganzer wies darauf hin, dass bis dato keine Informationen über Mängel aus den vergangenen Kontrollen übermittelt wurden, auch wenn die Betreiber der Bar einräumen, dass in den letzten zehn Jahren nur dreimal Kontrollen stattgefunden haben.
Das ermittelte Verfahren soll nun klären, ob der ehemalige Sicherheitsbeauftragte eventuell strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden kann. Féraud hat betont, dass es keine laschen Kontrollen seitens der Gemeinde gegeben hat, und die Mitarbeit mit der Justiz grundlegend sei.
Der Kontext des Brandschutzes
Im Hinblick auf die tragischen Ereignisse wird deutlich, wie wichtig der Brandschutz ist. Laut dem Baunormenlexikon umfasst der Brandschutz Maßnahmen, die der Verhinderung und Kontrolle von Bränden dienen. Diese beinhalten sowohl bauliche als auch organisatorische Anforderungen, die festlegen, wie Gebäude entworfen und betrieben werden müssen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Der bauliche Brandschutz bezieht sich insbesondere auf die strukturellen Merkmale eines Gebäudes, einschließlich der Bereitstellung von Flucht- und Rettungswegen sowie der Auslegung von speziellen Bauteilen zur Verhinderung einer schnellen Brandverbreitung. Zudem sind Brandschutznachweise, die von fachkundigen Planern erstellt werden müssen, integraler Bestandteil eines umfassenden Brandschutzkonzepts. Das triste Beispiel von Crans-Montana verdeutlicht, wie elementar die Umsetzung dieser Normen ist.
Während die Ermittlungen weitergeführt werden und bereits konkrete Schuldfragen aufgeworfen wurden, hoffen die Angehörigen der Opfer auf eine baldige Klärung der Geschehnisse und eine wichtige Lehre, um derartige Tragödien in der Zukunft zu vermeiden. Die Gemeinschaft drängt auf mehr Transparenz und Sicherheitsmaßnahmen, um das Vertrauen in die Aufsicht über Brandschutz in der Region zu stärken.