Ab Juli 2026 wird die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel in Österreich dauerhaft auf 4,9 Prozent gesenkt. Dies wurde von der Bundesregierung beschlossen und ist als Reaktion auf die anhaltende Teuerung bei Lebensmitteln gedacht. Betroffene Lebensmittel sind unter anderem Brot, Milch, Butter und Eier sowie einige heimische Obst- und Gemüsesorten, wie 5min berichtet.

Aktuell beträgt der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für die meisten Lebensmittel in Österreich 10 Prozent. Dazu gehören Milchprodukte, Fleisch, Kartoffeln, Obst, Gemüse, Fisch, Eier sowie Brot und Gebäck. Der Normalsteuersatz von 20 Prozent gilt hingegen für Kaffee, Tee, Fruchtsäfte, Mineralwasser, Wellnessdrinks und alkoholische Getränke. Diese Steuerstruktur zeigt, dass Österreich im europäischen Vergleich mit seinen Steuersätzen im Mittelfeld liegt.

Steuerliche Entlastung für den Alltag

Die Maßnahme zur Senkung der Mehrwertsteuer auf 4,9 Prozent gilt als steuerlicher Entlastungsschritt für den täglichen Bedarf. Diese neuen Steuersätze sollen dazu beitragen, die finanzielle Belastung der Konsumenten zu verringern, insbesondere in Zeiten steigender Preise. Der ermäßigte Satz von 4,9 Prozent ist dabei eine wichtige Neuerung, die den bisherigen Satz von 10 Prozent ersetzt. Die Regelung wurde durch europarechtliche Vorgaben notwendig, da die EU nur einen oder maximal zwei ermäßigte Steuersätze pro Mitgliedstaat erlaubt, wie meinbezirk aufzeigt.

Der ermäßigte Steuersatz von 13 Prozent, der für bestimmte agrarische Produkte wie Pflanzen und Futtermittel gilt, bleibt von dieser neuen Regelung unberührt. Im EU-Vergleich belegt Österreich mit seinem ermäßigten Satz von 10 Prozent für viele Lebensmittel einen Platz im mittleren Bereich. In 13 EU-Ländern, darunter Ungarn und Dänemark, ist die Mehrwertsteuer höher, während in 11 Ländern eine niedrigere Besteuerung gilt. Besonders auffällig ist, dass Malta und Irland sogar keine Steuern auf Lebensmittel erheben.

Österreichs Steuermodell im europäischen Kontext

Die steuerliche Landschaft in Österreich ist durch eine Vielzahl von unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen geprägt. Die Höhe der Mehrwertsteuer kann für verschiedene Lebensmittel stark variieren, was sowohl für die Verbraucher als auch für die Wirtschaft von Bedeutung ist. Der Normalsteuersatz von 20 Prozent auf Genussmittel und alkoholische Getränke steht in krassen Gegensatz zu den ermäßigten Sätzen für essentielle Nahrungsmittel.

Die aktuellen Planungen der österreichischen Regierung sind somit ein Schritt in die richtige Richtung, um die Lebenshaltungskosten zu senken und die heimische Bevölkerung in solch schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zu unterstützen. Die EU-Vorgaben bedingen zwar die Struktur der Steuersätze, doch Österreich nutzt diese Rahmenbedingungen bereits optimal aus, um sowohl den Verbraucher zu entlasten als auch den heimischen Markt zu stabilisieren, bestätigt auch die Statista Übersicht.