Stadt Graz und das Land Steiermark haben ehrgeizige Pläne zur Umgestaltung des Liebenauer Stadions vorgestellt. Für den Umbau und Ausbau der Sportstätte wird ein Budget von 60 bis 70 Millionen Euro angepeilt. Das Stadion bleibt im Besitz der öffentlichen Hand, während Sturm Graz und der GAK als Pächter des Stadions auftreten werden. Diese Änderung birgt mehrere Vorteile, wie die Vermarktungsrechte für Namensbranding, Gastronomie, Hospitality und Events, die den beiden Clubs zustehen werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung einer Kompromisslösung bezüglich des Ausbaus und des Betriebs der Spielstätte, die in den kommenden Wochen detailliert geplant werden soll, wie 90minuten.at berichtet.

Ein wichtiges Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Kapazität des Stadions, die derzeit bei 15.300 Sitzplätzen liegt. Um künftigen Länderspielen gerecht zu werden, wird eine Erhöhung auf 20.000 Plätze angestrebt. Dazu zählen Maßnahmen wie die Absenkung des Rasens, der Einbezug des Grabens als Zuschauerfläche und der Ausbau der Tribünen. Neben der Sitzplatzkapazität wird auch eine vollständige Erneuerung der Dachkonstruktion angestrebt, inklusive einer 4.000 m² umfassenden Photovoltaikanlage. Es besteht die Möglichkeit einer weiteren Modularen Erweiterung auf bis zu 25.000 Besucher:innen durch zusätzliche Platzangebote in den Heimsektoren und graz.at ergänzt.

Herausforderungen und Planung

Bei der Planung des Umbaus stehen die Verantwortlichen vor einigen Herausforderungen. Dazu gehört die Notwendigkeit, angrenzende Grundstücke zu erwerben. Der Platz um das Stadion ist begrenzt durch den Stadionturm im Norden, die Eishalle im Süden, eine Bahnlinie im Westen sowie ein Business-Center im Osten. Zudem müssen die Lärmbelastung und der Verkehr berücksichtigt werden. Es ist entscheidend, dass die Lärmemissionen bei der Erweiterung nicht steigen. Daher sind Maßnahmen zur Einhausung des Stadions und ein Konzept zur Mobilität erforderlich, um den erhöhten Anforderungen gerecht zu werden.

Dennoch wird mit Gesamtkosten von rund 150 Millionen Euro für die Baumaßnahmen, Planungen und Grundstückskeinkäufe gerechnet. Aufgrund der hohen Preise, die durch standortbedingte Maßnahmen und notwendige Sanierungen bedingt sind, könnte die Stadt Graz bei den Kosten mit 30 Millionen Euro unterstützen. Das Land Steiermark hat ebenfalls signalisiert, dass es zur Kostenbeteiligung bereit ist, wobei die genaue Summe bislang nicht kommuniziert wurde. Bürgermeisterin Elke Kahr betont die Bedeutung einer ausgewogenen Lösung für alle Betroffenen und hofft auf eine positive Grundstimmung seitens des Landeshauptmanns.

Öffentliche Förderung für Sportstätten

Im Rahmen des Bunds zur Sanierung kommunaler Sportstätten wurde erstmals eine Fördersumme von 333 Millionen Euro bereitgestellt, um Städte und Gemeinden bei der Modernisierung ihrer Sportstätten zu unterstützen. Ziel ist es, bis zu einer Milliarde Euro in dieser Legislaturperiode bereitzustellen. Zu den förderfähigen Maßnahmen gehören neben der energetischen Sanierung auch die Umwandlung und Sanierung von Sportfreianlagen. Städte und Gemeinden können bis zum 15. Januar 2026 Projektskizzen einreichen, und die Auswahl der geförderten Projekte obliegt dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, wie bmwsb.bund.de erklärt.