Steiermark

Tierquälerei-Prozess: Landwirte mit Diversion davon gekommen

Neue Erkenntnisse aus dem Tierquälerei-Prozess: Was geschah im Hühnermastbetrieb?

Zwei Landwirte standen kürzlich in Graz vor Gericht, angeklagt wegen Tierquälerei in einem Hühnermastbetrieb. Es wurde festgestellt, dass Hühner vom Traktor überrollt und danach einfach liegengelassen wurden, obwohl sie noch am Leben waren. Der 55-jährige Bauer soll im August 2022 fünf Hühner mit einem Teleskoplader überfahren haben, wobei zwei oder drei Tiere danach noch lebten, jedoch ohne weitere Hilfe zu bekommen. Der 83-jährige Vater des Bauern war Zeuge des Vorfalls, griff aber ebenfalls nicht ein, um die Tiere gemäß den gesetzlichen Bestimmungen zu töten. Aufgrund von Videos des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) wurden Ermittlungen eingeleitet.

In der ersten Verhandlung im März gestand der Sohn teilweise seine Schuld, betonte jedoch, dass er die Hühner nicht gesehen habe. Dieser Vorfall führte zu schwerwiegenden Konsequenzen für die Familie, da der Betrieb das AMA-Gütesiegel verlor. Obwohl die Bilder des Vorfalls schockierend wirkten, betonte der Verteidiger, dass es sich um einen Unfall handelte. Der 83-jährige Angeklagte behauptete, dass er beim Durchgehen des Stalls nicht bemerkt habe, dass einige Hühner noch am Leben waren. Ein vom Richter angeordnetes Gutachten bestätigte jedoch, dass der Angeklagte in der Lage war, der Verhandlung zu folgen.

Das Gerichtsverfahren endete mit einer Diversion für die beiden Landwirte, die sie nach Rücksprache mit ihren Anwälten annahmen. Der Vater wurde zu einer Geldstrafe und Gutachterkosten in Höhe von 3.723 Euro verurteilt, während der Sohn ein Bußgeld in Höhe von insgesamt 2.700 Euro zahlen muss. Sollte das Geld bis Ende Oktober nicht überwiesen werden, wird die Verhandlung fortgesetzt. Es bleibt abzuwarten, wie diese Angelegenheit weiterhin voranschreiten wird.

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