Steiermark

Medienanalyse enthüllt: So präsent sind Männer und Frauen in steirischen Medien

Anlässlich des Internationalen Frauentags organisierte der Verein Felin eine Online-Veranstaltung zum Thema der Präsenz der Geschlechter in steirischen Medien. Frauenlandesrätin Juliane Bogner-Strauß und der Verein Felin (female leaders initiative) tauschten sich in dieser Veranstaltung über eine aktuelle Studie zur Präsenz von Frauen in steirischen Medien aus. Die Gleichstellungsstrategie des Landes Steiermark, die im letzten Jahr eingeführt wurde, umfasst alle Ressorts und betont die Verantwortung aller Beteiligten für die Umsetzung einer Gleichstellung.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der erste von neun Videoclips zu den Handlungsfeldern der Gleichstellungsstrategie vorgestellt. Alexandra Nagl, Leiterin der Fachabteilung Gesellschaft, präsentierte auch die derzeitigen Maßnahmen, die im umfangreichen Aktionsplan festgelegt wurden. Dieser wird im zweijährigen Wirkungsbericht als "Gleichstellungsreport" dargestellt und fließt mit seinen Ergebnissen wieder in den Aktionsplan ein. Die Fachabteilungsleiterin betonte, dass es sich um einen lernenden Prozess handle und dass die Sensibilisierung, Wissensvermittlung und Veränderung von Strukturen Kernbereiche des Aktionsplans seien. Als Beispiele wurden die Ausbildung von Abgeordneten im Rahmen eines Gender-Agents-Lehrgangs, Workshops zur gendersensiblen Pädagogik und ein Projekt zur Bildungs- und Berufsorientierung von Pädagoginnen und Pädagogen genannt. Die Kooperation mit Felin und dem Lehrgang "Frauen Führen und Gestalten" wurde ebenfalls positiv erwähnt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung referierte Maria Pernegger, Geschäftsführerin der Medienanalysefirma "media affairs", über die Bildpräsenz von Männern und Frauen in steirischen Leitmedien im Januar 2022. Im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt von 30 Prozent Bildpräsenz halten sich die steirischen Medien leicht darüber (Kleine Zeitung 31 Prozent, Steirerkrone 37 Prozent und Woche 43 Prozent). Pernegger wies jedoch darauf hin, dass in der Bildsprache immer noch starke Stereotype von Mann und Frau vorhanden sind. Männer sind vor allem in den Themen Einsatzorganisationen, Politik, Wirtschaft und Sport überrepräsentiert, während Frauen in den Rubriken Sport, Politik und Szene unterrepräsentiert sind. Weiterhin weiblich besetzte Rubriken sind Soziales, Präsentation, Gesundheit und Eltern.

In der anschließenden Diskussion zeigten sich Vertreterinnen und Vertreter der Redaktionen selbstkritisch. Sie erkannten das Potential zur Verbesserung der Geschlechterpräsenz in den Medien und betonten die Notwendigkeit einer bewussten Auswahl von Bildern.

Im dritten Teil der Veranstaltung präsentierte Tanja Hentschl von der Universität Amsterdam ihre Forschungsergebnisse zu Rollenbildern in den Medien. Sie betonte, dass durchsetzungsstarke Männer und fürsorgliche Frauen in den Medien reproduziert werden. Ihr Vorschlag zur Schaffung einer höheren "Passung" besteht darin, authentische Role-Models zu präsentieren, also Frauen in Führungspositionen oder Männer in der Kindererziehung, die erfolgreich, aber nicht perfekt sind.

Abschließend betonte Christiane Katschnig-Otter, Geschäftsführerin von Felin, dass die Medien die Realität abbilden sollten und dass die Realität zu 50 Prozent aus Frauen besteht. Die geringe Vielfalt in bestimmten Bereichen und Berufsfeldern liege auch daran, dass es zu wenige sichtbare Role-Models gibt. Zusammen müsse man diese Vorbilder in den Vordergrund rücken, um Frauen zu ermutigen, es ihnen gleichzutun.

Die Gleichstellungsstrategie der Steiermark kann online eingesehen werden. Das gesamte Video der Veranstaltung wird demnächst auf der Website von Landesrätin Bogner-Strauß verfügbar sein.



Quelle: Land Steiermark

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